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15:03

NASCAR: Analyse Phoenix I 2010

Spaß machte das Rennen in Phoenix leider nur zeitweise, aber am Ende gab es einen Überraschungssieger.

Die Strecke in Phoenix hat ja so ihre Besonderheiten. Zum einen ist sie durchaus schnell, zum anderen gleicht sie fast einer Rundstrecke, weil die Kurvenüberhöhung eher marginal ist. Die Mischung sorgt meist für ein interessantes Rennen, dass in diesem Jahr durch den Umstand verkompliziert wurde, dass man es um knapp eine Stunde Rennzeit verlängert hat. Das stieß nicht überall auf Gegenliebe, kritisieren doch viele Teams und Fans, dass die Rennen eh schon lange genug seien. Doch in diesem Fall hat sich die Verlängerung durchaus gelohnt, denn man startete bei brütender Hitze in der Wüste und fuhr dann in die eher kühle Nacht rein. Man musste also viel am Auto rumschrauben. Am Ende war es, mal wieder, eine Caution, die den Rennverlauf auf den Kopf stellte.

Die vier Überraschungsfahrer in den ersten beiden Startreihen, Allmendinger, Speed, Hornish und Ambrose konnten nur zu Beginn des Rennens den Rest der Meute hinter sich halten. Auch wenn man allen vier mal ein gutes Rennen gegönnt hat, am Ende setzte sich dann doch die Erfahrung der großen Teams durch. Als das Rennen vorbei war, lagen Ambrose auf 11, Allmendinger auf auf 15, Hornish auf 18 und Speed auf Platz 21. Das sind aber immer noch respektable Ergebnisse, und zeigt, dass ein vorderer Startplatz durchaus dazu führen kann, dass man sich aus dem Gerangel im Mittelfeld und damit den möglichen Unfällen raus halten kann.

Doch vorne gaben andere den Ton an. Juan Pablo Montoya dominierte das eher fade Rennen bis zur Halbzeit teilweise nach Belieben. Zwar saß ihm zwischenzeitlich Tony Stewart im Genick, doch in der frühen Phase des Rennens hielt man sich an der Spitze mit harten Manöver zurück und ließ den Kolumbianer ziehen. Weiter hinten machten es sich die Hendrick Piloten gemütlich. Gordon, Johnson und zeitweilig Earnhardt fuhren zunächst unauffällige Rennen um die Top Ten herum. Einzig Mark Martin, der schon eine schlechte Quali hatte, steckte im Mittelfeld fest. Richtig Pech hatten Kasey Kahne und Kurt Busch. Der Ex-Meister verschätzte sich schon in Runde 16 Eingangs Turn 2 und nahm auf seinem Weg dann auch noch Kahne mit, den er rückwärts in die Mauer schickte. Der Ford war danach ein Kompaktwagen und das Rennen beendet.

Ab Mitte des Rennens kam Bewegung ins Feld, denn mit Einbruch der Nacht veränderten sich die Streckenverhältnisse und man musste den Wagen anpassen. Am besten gelang das zunächst, wenig überraschend, Jimmie Johnson, der sich Montoya schnappte und ihn Führung ging. Es sah mal wieder nach einem Johnson Sieg aus, der die Strecke ja durchaus mag, aber noch war das Rennen nicht zu Ende. Mittlerweile hatte sich der nur von Platz 17 gestartete Kyle Busch nach vorne geschoben und sorgte für Druck. Nach einem Restart in Runde 261 (Reutiman hatte sich die Mauer näher angeschaut) übernahm der jüngere Busch die Führung und stürmte vorne genauso weg, wie es vorher Montoya und Johnson gemacht hatten.

Travis Kvapil verlor in Runde 314 seinen Motor, was zu einer weiteren Caution führte, ganz knapp vor den geplanten Boxenstopps. Damit lag man auch gerade so im Fenster um das Rennen ohne weiteren Tankstopp zu Ende zu fahren, aber die Frage war natürlich, wie Reifen über die Distanz gehen würden. Nach dem Restart in Runde 321 setzte sich Kyle Busch direkt ab, was auch damit zu tun hatte, dass man sich hinter ihm nicht immer einig war. Schon beim Start versuchte Montoya zu dritt in Turn 1 zu fahren, was am Ende dazu führte, dass er etliche Plätze verlor. Auf Platz drei lag Gordon, der sich aber ein sehenswertes Duell mit Clint Bowyer lieferte. Teilweise fuhr man runden lang nebeneinander. Um Platz 10 balgten sich Martin, Harvick, Edwards, Allmendinger und Hornish. Ryan Newman, der auch eher ein zähes Rennen hatte, schob sich gegen Ende auf Platz 5.

Aber die NASCAR wäre nicht die NASCAR, wenn es nicht am Ende doch noch mal krachen würde. Busch segelte einem verdienten Sieg entgegen, doch dann platzte Scott Riggs drei Runden vor Schluss ein Reifen – Caution. Alles fährt natürlich an die Box, aber Johnson und Busch machen den Fehler für das GWC vier Reifen zu nehmen, während der Rest auf zwei setzt. Ein paar verzichteten komplett auf den Wechsel. Und so dann die Startreihenfolge aus: 1. Jeff Gordon 2. Ryan Newman 3. Mark Martin 4. Matt Kenseth 5. A.J. Allmendinger. Von Busch und Johnson keine Spur.

Tony Stewart hatte schon zu Beginn des Rennens gezeigt, dass man mit zwei Reifen durchaus ein paar Runden konkurrenzfähig sein konnte. Warum die Crewchiefs von Johnson und Busch das nicht auf dem Schirm hatten, ist ein kleines Rätsel.

Der Restart sah kurz Gordon vorne, doch Ryan Newman hatte einen mittleren Energieanfall und schob sich am Hendrickpiloten vorbei. White Flag und die Sache war erledigt. Johnson preschte am Ende noch auf den dritten Platz, Kyle Busch wurde nur achter und war dementsprechend angefressen. Montoya, der ja zunächst lange geführt hatte, kam immerhin auf Platz 5 ins Ziel.

Montoya war am Ende zufrieden, denn was der jetzt braucht sind weiterhin solche Ergebnisse. Er liegt immer noch rund 130 Punkte von Platz 12 entfernt. Das wird keine leichte Sache mit dem Chase, ist aber nicht unmöglich.

Andere Fahrer:
- Junior hatte mal wieder ein zähes Wochenende. Er lag durchaus gut im Rennen, kam aber nicht an die Spitze ran. Wie immer fehlt es vor allem an der Verbesserung des Wagens während des Rennens. Er liegt 50% des Rennens in Tuchfühlung zur Spitze, danach verlässt es ihn meist und er rutscht ab. Am Ende wurde er 12.

- Max Papis schob seinen Wagen in der Quali ins Feld, dann überhitzte sein Toyota aber und er kam nur auf Platz 40. Das hilft ihm nicht im Kampf um die Top 35.

- Denny Hamlin fuhr bekanntlich mit einem frisch operierten Knie und hatte Casey Mears als Ersatz bereit stehen. Er fuhr das Rennen aber erstaunlicherweise durch und kam auf Platz 30.

- Joey Logano hatte auch ein schwieriges Rennen, landete aber auf Platz 10. Das Nachwuchstalent legt bisher eine sehr gute Saison hin, seine Chancen auf den Chase sind durchaus da.

- Nachdem die NASCAR den “Start & Park” Teams klar gemacht hat, dass man es nicht mehr duldet, wenn ein qualifiziertes Auto nicht mal den Versuch unternimmt eine Renndistanz zu fahren, stellen die Teams ihre Wagen mittlerweile sehr spät ab. Erster Ausfall in Phoenix war McDowell in Runde 149.

Nächste Woche steht das ultraschnelle Oval in Texas auf dem Programm. Da wird sich dann auch zeigen, was der neue Spoiler so alles verändert. Man hat den Eindruck, dass die Wagen nun etwas instabiler auf der Hinterachse sind, aber auch besser draften können. Wird spannend.

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