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22:20

NASCAR: Analyse Martinsville März 2010

Erst wurde das Rennen verschoben und dann gab es das beste Finale seit langem auf einem Short Track.

Die NASCAR Verantwortlichen werden sich ärgern. Erst schwemmt der Regen die Übertragung auf den ungeliebten Montag und dann folgt auch noch eines der besten Short-Track Finishes seit einiger Zeit. In Zeiten, in denen die Quoten weiter fallen, wären die letzten Runden in Martinsville genau das, was die Serie gebrauchen könnte. Nur hat es eben kaum einer gesehen, weil die meisten Fans Montagmittags eben arbeiten müssen. Dabei plätscherte das Rennen lange so vor sich hin, geprägt von einigen Führungswechseln, aber den immer gleichen Protagonisten in den Top 10.

Weil schon die Quali ins Wasser gefallen war, stand Kevin Harvick auf der Pole. Und die nutzte er auch gleich in den ersten Runden aus. Er hatte schon das Truckrennen am Samstag dominiert und in den ersten Runden sah es wieder an einer Harvick-Show aus. Doch dann brach plötzlich und ohne Einwirkung eines Gegners etwas an der Hinterachse und die Sache war gelaufen. Er kam zwar noch einmal mit rund 100 Runden Rückstand raus, aber die Führung in der Meisterschaft ist er dennoch los.

Kurt Busch übernahm die Spitze und hielt sich dort, mit kleinen Unterbrechungen auch lange. Ansonsten tat sich vorne nicht allzu viel. Das übliche “beatin’ & bangin’” im Mittelfeld führte zu ein paar harmlosen Drehern und sorgte während des Rennens für einige Unterhaltung. Zu den wenigen Fahrern, die sich nach vorne arbeiten konnten, gehörte Juan Pablo Montoya. Zeitweise prügelte er seinen Chevy durchs Feld und überholte zwei, drei Fahrer pro Runde. Doch die ruppige Fahrweise führte dann auch zu Problemen. Der rechte Vorderreifen, in Martinsville eh ein kleines Problem, mochte die harte Fahrweise des Kolumbianers nicht und explodierte. Montoya landete heftig in der Mauer und damit war sein Rennen auch gegessen. Für ihn bedeutet der erneute Ausfall, dass es schon jetzt tatsächlich eng werden könnte mit dem Chase. Er liegt 170 Punkte hinter dem letzten Platz im Chase. Das lässt sich aufholen, aber viele Ausfälle kann er sich nicht mehr leisten.

Im Verlauf des Rennens wechselten sich Kurt Busch, Denny Hamlin und Jeff Burton an der Spitze ab. Zwischenzeitlich mischte auch Mark Martin mit, der während zwei Gelbphasen mal das Risiko mit nur zwei neuen Reifen gegangen war, was ihn nach vorne spülte. Er sah im letzten Drittel des Rennens sehr stark aus, doch weil er nach einem Boxenstopp zu früh los fuhr und einen Luftschlauch mit riss, wurde er ans Ende des Feldes gesetzt. Kurt Busch hatte ebenfalls Pech, weil sich ein Rad gelöst hatte, und er unter Grün an die Box musste. Danach war sein Rennen ebenfalls vorbei.

Wie üblich auf einem Short Track spitze sich das Rennen gegen Ende zu. Jeff Burton und Denny Hamlin lieferten sich einen packenden und sauberen Zweikampf und die Führung wechselte teilweise im Rundentakt. Man überstand die üblichen Unterbrechungen in den letzten Runden und Hamlin konnte sich 12 Runden vor Schluss endlich absetzen. Doch dann folgte eine erneute Unterbrechung, weil dem unglücklichen Jeff Burton ein Reifen platze.

Vorne lagen Hamlin und Kyle Busch und man freute sich schon auf einen Zweikampf, da bogen beide JGR Piloten zum Reifenwechsel in die Box ab! Und sie waren die einzigen Fahrer der Top Ten, die neue Reifen fassten. Eine unfassbare Fehlentscheidung, die Kommentatoren bei FOX waren geradezu entsetzt, mir fiel die Kinnlade runter und man konnte das “What the fuck…” aus den USA quasi laut hören. Denn nach dem Burton weg war, gab es kein Team, dass ansatzweise den Speed der JGR gehen konnte. Es war ein völlig überflüssiger Stopp, der Busch und Hamlin auf Platz 9 und 10 zurück warf.

Vorne lag, vermutlich selbst etwas überrascht, Jeff Gordon, der zwar im Rennen immer in den Top 10 war, aber im letzten Drittel des Rennens nie wirklich in den Spitzenkampf eingreifen konnte. Der Restart erfolgte 5 Runden vor Schluss und wer sollte Gordon das Rennen noch streitig machen?

Hamlin und Bush bohrten sich mit den neuen Reifen durch das Feld und Hamlin lag zwei Runden vor Ende des Rennens auf Platz vier, aber ohne Chance Jeff Gordon noch einholen zu können, da der Alt-Meister ein paar Wagenlängen in Führung lag. In der vorletzten Runde und in Turn 3 gerieten aber Kyle Busch und Paul Menard aneinander. Letzter schickte Busch in die Mauer, der dann quer auf der Strecke stand. Knapp 100 Meter vor der weißen Flagge warf die NASCAR die Caution und es ging in die Verlängerung. Gordon, der wie der sichere Sieger aussah, musste also noch mal ran.

Beim letzten Restart startete Jeff Gordon auf der unteren Linie, Ryan Newman neben ihm außen, Matt Kenseth hinter Gordon und neben ihm Hamlin. Eine denkbar ungünstige Situation, denn auf der Außenlinie war das Überholen schwer. Aber wie es so bei einem GWC ist – es wurde eng. Newman und Gordon blockierten beide Linien, doch Kenseth gab unten Gordon einen Schubser, der dazu führte, dass Gordon Newman weg drängte. Kenseth drängelte sich unten rein, Hamlin tobte durch die Lücke hinter Gordon. Auf der Gegengerade zog Kenseth an Gordon vorbei, doch Eingangs Turn 3 war Kenseth etwas zu flott und rutschte vor Gordons Nase. Der stupste den Ford-Piloten auf die Außenlinie und plözlich tat sich auf der unteren Linie eine riesige Lücke auf. Hamlin schlüpfte durch und gegen seine vier neuen Reifen hatte niemand mehr eine Chance. Und weil Gordon und Kenseth sich gegenseitig behinderten, zog auch noch Joey Logano vorbei. Ein unfassbares Finish, eine letzte Runde, wie man sie selten sieht. Der Boxenstopp der JGR Mannschaft dürfte zwar somit im Preisausschreiben um die dämlichste Entscheidung des Jahres keine Rolle mehr spielen, aber vergessen wird man das so schnell auch nicht.

Selbst nach dem Rennen machte Hamlin noch einen total überraschten Eindruck, während Gordon mit seinem Schicksal haderte. Verständlich, die NASCAR hätte auch warten und die Caution erst dann geben können, nachdem Gordon die weiße Flagge gesehen hätte. Dann wäre ihm die Overtime erspart geblieben und das Rennen wäre unter Gelb beendet worden. Aber die NASCAR will ja unbedingt die GWC.

Andere Fahrer:

- Kasey Kahne kam nur auf Platz 17 ins Ziel und war frustriert. Die Zeichen mehren sich, dass er Ende des Jahres samt seines Sponsors Budweiser das Team verlässt. Gerüchte besagen, dass er mit dem Bierbrauer bei RCR andocken will.

- Junior hatte ein durchwachsenes Rennen. Wegen einer schlechten Pitstoppansage fiel er kurz zurück, kämpfte sich aber wieder nach vorne. Er fuhr das gesamte Rennen zwischen Platz 10 und 15, am Ende wurde er auch 15. Nach allem, was man so hört, ist die Stimmung zwischen ihm und seinem Crew Chief Lance McGrew nicht die allerbeste. Die beiden giften sich während des Rennens ziemlich an. FOX, bzw. Darell Waltrip, spielten die teilweise harten Worten zwar runter, aber man wird das Gefühl nicht los, dass die Kommunikation und das Vertrauen zwischen beiden nicht sonderlich gut ist.

- Jimmie Johnson blieb blass, aber hielt sich im gesamten Rennen in den Top Ten. Er wurde neunter und übernahm die Führung in der Meisterschaft. Man unkt schon, dass er dort bis Ende November auch bleiben wird.

- Tony Stewart sah nur in der ersten Stunde des Rennens gut aus, dann fiel er zurück und man verhedderte sich heillos mit der Abstimmung. Platz 26 wurde es am Ende.

- Brad Keselowski wurde 12. Carl Edwards war nie zu sehen, wurde am Ende aber irgendwie achter.

- Drei weitere interessante Ergebnisse: Martin Truex jr. hatte eine gutes Rennen und kam auf Platz 5 ins Ziel. Brian Vickers kam auf die sechs und der in diesem Jahr sehr erstaunliche Paul Menard wurde 14. Der “Bezahlfahrer” (seine Vater ist der Sponsor des Teams) hat ein so gutes Jahr, dass die Roush-Fahrer angefangen haben, seine Abstimmungswerte zu kopieren. Im Moment liegt er mit Platz 11 noch stramm auf Chase-Kurs.

Nächste Woche macht der Sprint Cup Pause, nach Ostern geht es in Phoenix weiter.

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