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19:03

Formel Eins: Analyse Freitagstraining Bahrain 2010

Da fahren sie also wieder. Und wer gehofft hatte, dass man in den ersten Stunden der neuen Saison etwas über das Kräfteverhältnis erfahren würde, sah sich getäuscht.

3 Stunden freies Training haben vor allem gezeigt, dass nichts klar ist. Es gibt nicht den kleinsten Hinweis darauf, wer von den Top Teams einen Vorteil hat, wer vielleicht die entscheidenden paar Zehntel schneller sein kann und das auf möglichst vielen Runden. Statt aussagekräftiger Zeiten gab es heute erst einmal Rennsimulationen. Wobei einige Teams offenbar konsequent mit vollen Tanks unterwegs waren, während andere mehr für den zweiten Stint geübt haben und ein wenig leichter waren. Eigentlich ist das logisch, die schnelle Runde braucht man genau dreimal und das auch nur in der Quali, was soll man da auch stundenlang für üben. Dennoch hätte man sich etwas mehr Klarheit gewünscht. Und dann nervte heute morgen auch noch das Live-Timing der F1 Seite.
[Bilder folgen später]

Bernie Ecclestone hat der offiziellen Webseite der F1, formula1.com ein leichtes Redesign verpasst. Und aus unerklärlichen Gründen muss man sich nun für das Live-Timing noch einmal neu anmelden. Die alten Anmeldedaten kennt die Seite nicht mehr. Heute morgen streikte dann das Timing erst mal komplett, bis dann irgendwann wohl ging (Bei mir allerdings nicht, das war aber wohl ein anderes Problem).
Ich hatte gehofft, dass man auch mal das etwas altbackene Timing aufgeplustert hat. Aber nichts da. Man sieht zwar die Sektorenzeiten, aber es wird weiterhin immer nur die beste Rundenzeit angezeigt und nicht zusätzlich die letzte. OK – andere Rennserien haben gar nichts, aber für die “Königsklasse” könnte man doch ein bisschen mehr erwarten.

So hätte man vielleicht auch etwas leichter verfolgen können, wie die Longruns der einzelnen Fahrer verlaufen sind. Das konnte man sich ein wenig aus den Sektorenzeiten zusammenreimen, aber richtig klug wurde man trotzdem nicht. Die Rennsimulationen der Teams waren kaum zu durchschauen, was natürlich aber auch an den fehlenden Erfahrungswerten mit den Zeiten liegt. So wie man im letzten Jahr sehen konnte, wer wann mit welchen Sprit unterwegs war, weil man die Wagen einschätzen konnte, wird das vermutlich auch in diesem Jahr nach ein paar Rennen möglich sein. Im Moment kann man aber nur im Nebel stochern. Vielleicht ist Mercedes besser, als sie über den Winter getan haben. Vielleicht ist Ferrari eine Sekunde schneller als der Rest. Vielleicht ist Force India die Messlatte. Und die Sauber, die man nach dem Tests so ein wenig als “dark horse” auf der Rechnung hatte, waren nicht zu sehen. Aber das alles muss nichts heißen und vor der Quali wird man nichts sagen können.

Ein bisschen Sorgen darf man sich um Red Bull machen. Der Eindruck aus den Tests, dass der RB6 flott aber auch ein wenig anfällig ist, schien sich heute zu bestätigen. Mark Webber parkte den Wagen in der zweiten Session recht früh, weil man sich das Getriebe anschauen wollte, bei Vettel müssen wohl die Bremsen ausgetauscht werden.

Interessant war es die Fortschritte von Lotus und Virgin zu beobachten. Beiden Teams fehlen wohl so um die sechs Sekunden auf die Spitze, was schon ein enormer Unterschied ist. Ich hatte vor der Saison zwei bis drei Sekunden erwartet, aber diese Menge an Rückstand ist schon ernüchternd. Der Wagen von Virgin lief aber die gesamte Zeit gut und man spult viele Runden ab. Lotus hatte leichte Probleme, aber man Ende war man knapp eine Sekunde schneller als Virgin, hat also “nur” 5.5 Sekunden Rückstand.

HRT hat es geschafft, einen Wagen fertig zu bekommen und man konnte die ersten Runden fahren. Das Team hat keine Tests absolviert, also geht der Rückstand von 11 Sekunden eigentlich in Ordnung. Man wäre am liebsten gar nicht angetreten, tat es aber um keinen Ärger mit der FIA zu riskieren. Auf der anderen Seite: will man so tatsächlich im Rennen unterwegs sein? Heute kam die Diskussion auf, ob man nicht wieder die alte 107% Regel einführen sollte, die eine Qualifikation eines zu langsamen Wagens unterbindet. Allerdings – dafür müsste man die Regeln ändern und dies wäre dann von der Zustimmung aller Teams abhängig. Das wird also wohl eher nicht passieren. Ich hoffe auch sehr, dass alle drei Teams schnell auf weniger als drei Sekunden ran kommen.

Ein wenig Aufregung gibt es um ein neues Luftführungssystem von McLaren. Es gibt einen Einlass vor dem Cockpit, die Luft wird durch den Wagen geführt und an einer bestimmten Stelle auf der Höhe des Heckflügels ausgelassen. Das soll am Flügel weiteren Abtrieb erzeugen. Die Luftführung kann durch den Fahrer beeinflusst werden und ist rein mechanisch. So wie es verstanden habe, können Button und Hamilton mit dem Bein oder Knie bestimmen, wie die Luft geleitet wird. Vermutlich durch ein Loch oder etwas in der Art. Das ist, laut FIA, nicht illegal, weil es Teil des Chassis ist und keine elektrischen oder pneumatischen Systeme dran hängen. Was genau das System bringt, ist nicht bekannt. Marc Surer meinte auf sky, es sei eher für enge Kurse, weil man weniger Flügel fahren könne um so mehr Höchstgeschwindigkeit zu haben.

McLaren freut sich diebisch, weil die anderen Teams nicht so schnell nachziehen können. Da das System Teil des Monocoque ist, müssen alle Teams, die das System auch haben wollen, noch mal zum Crash-Test, weil die FIA Änderungen am Monocoque ohne neuen Test verbietet.

In Sachen Teamduells gab es auf den Longruns ein paar Beobachtungen. Alonso war meist ein bis zwei Zehntel schneller als Massa, Button fehlten doch dann schon drei bis vier. Das muss aber nichts heißen, weil man nicht weiß, wer mit welcher Spritmenge für den zweiten, vermutlich langen Stint übt. Wenn einer wie Button, der die Reifen eher schont, drei Runden später als Hamilton reinkommen kann, wird aus dem Nachteil ein Vorteil.

Aber wissen werden wir das alle erst morgen am Ende von Q3.

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