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07:21

Formel Eins: Rückblick 2013 – Force India

Die Saison ist um, Zeit sich mal anzuschauen, wie das Jahr für die Teams so war. Ein Rückblick und eine Analyse.

Motor Racing - Formula One World Championship - United States Grand Prix - Race Day - Austin, USADas kleine britisch-indische Team zeigte 2012 teilweise ganz erstaunliche Leistungen. Vor allem in der ersten Saisonhälfte gelang es Force India, zweimal in die Top 5 vorzudringen, was angesichts der Leistungsdichte an der Spitze schon überraschend war. Es ist insgesamt immer wieder erstaunlich, wie es dem Team gelingt, ohne allzu große Formschwankungen als “best of the rest” unterwegs zu sein. Zwar kann man davon ausgehen, dass das Budget der Inder größer ist als jenes von Sauber oder Toro Rosso, dennoch ist die Konstanz des Teams der Schlüssel zu den Erfolgen auch in diesem Jahr. Doch ganz unproblematisch lief die Saison auch nicht.

Die Änderung der Reifen durch Pirelli machte dem Team ab Ungarn zu schaffen, wie man deutlich an den eingefahrenen Punkten sehen kann. Von den 77 WM-Punkten, die Force India insgesamt erwirtschaftete, sammelte man 59 bis Ungarn. Danach ging für Force India nur noch wenig zusammen. Die neuen, haltbareren Reifen sorgten dafür, dass man die Pneus vor allem in der Qualifikation nicht mehr vernünftig auf Temperatur bekam. Die Folge war ein schwer einzuschätzendes Fahrverhalten. Sutil beklagte sich mehrfach über Über- und Untersteuern in verschiedenen Kurven, was zusätzlich die Reifen stärker belastete. Während es für Force India nach hinten ging, konnte Sauber von der Änderung profitieren.

Ein weiteres oft angesprochenes Problem ist die Entwicklung des Fahrzeugs. Auch Force India musste die Weiterentwicklung gegen Ende der Saison zurückstellen. Allerdings war zu diesem Zeitpunkt auch nicht mehr viel an Positionen in der WM zu holen. Sauber lag weit zurück, McLaren hatte sich deutlich abgesetzt und konnte in den letzten Rennen weiter zulegen. Dennoch war es ein gutes Jahr für die Inder, die mit einem eher konservativen Wagen an den Start gegangen waren. Diese Herangehensweise zahlte sich aber aus, vor allem weil Williams und McLaren komplett daneben lagen.

Die Fahrerpaarung war in diesem Jahr durchaus interessant. Nach dem Weggang von Hülkenberg holte man, relativ spät im Winter, Adrian Sutil wieder an Bord, der ein Jahr ausgesetzt hatte. Sutil brachte dem Team auch Geld mit, namentlich durch Medion und Capri-Sonne. Überraschend war, wie stark Sutil zu Beginn der Saison war. In den ersten Rennen konnte er sich deutlich besser in Szene setzen als sein Teamkollege Paul di Resta. Das lag aber auch daran, dass das Team Sutil häufiger auf eine aggressive Strategie setze, wie zum Beispiel in Australien, als er lange in den Top 3 unterwegs war. Di Resta setze dagegen auf die konservative Variante, landete damit aber meist direkt hinter seinem Teamkollegen.

Das erstaunliche bei der Betrachtung beider Fahrer ist, dass man Sutil (vielleicht auch weil man die “deutsche” Brille auf hat) stärker einschätzt als den Schotten. Laut den Zahlen stimmt dies aber überhaupt nicht. In der WM hat di Resta 48 Punkte geholt, Sutil nur 29. Da stecken aber auch zwei Ausfälle zu Beginn der Saison hinter, als Force India noch locker in jedem Rennen in die Punkte fahren konnte. Aber auch im Quali-Duell hat di Resta mit 12:7 die Nase vorne. Und warum stehen die Aktien für di Resta dann bei Force India so schlecht?

Zum einen liegt es an seiner mangelnden Entwicklung. Er hatte ein gutes Jahr 2011, 2012 hatte er aber keine Chance gegen Hülkenberg, was seine Chancen auf ein Top-Cockpit schmelzen ließ. Auch in diesem Jahr tat er sich gegen Adrian Sutil sehr schwer. Zu keiner Zeit machte es den Eindruck, dass er den Deutschen nach Belieben schlagen konnte, eher hatte man den Eindruck, dass beide auf einem ähnlichen Niveau unterwegs waren und es manchmal eher Glückssache war, wer die Nase vorne hatte. Und dies, nachdem Sutil ein Jahr ausgesetzt hatte.

Für 2014 hat sich Force India mit Nico Hülkenberg verstärkt, vermutlich stößt Sergio Perez hinzu, der von McLaren mit warmen Worten und vermutlich einer Mitgift empfohlen wurde. Das ist eine sehr respektable Fahrerpaarung und damit hat Vijay Mallya zumindest auf der Fahrerseite alles getan, was ein Team in dieser Position machen kann.

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