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ELMS: Rückblick Le Castellet / ALMS: Vorschau Virginia

Die European Le Mans Series hat am vergangenen Wochenende auf dem südfranzösischen Circuit Paul Ricard ihre Relaunch-Saison erfolgreich abgeschlossen. Nach den schwierigen Jahren 2011 (mit nur 2-3 LMP1-Fahrzeugen) und 2012 (ohne LMP1 und fast ohne GTs) hat sich die Runderneuerung durch das Organisationsteam um Patrick Neveu (der auch die WEC managt) als richtig und lohnenswert herausgestellt.

Zwar nahm nach den 24h vMOTORSPORT - 3 HOURS OF HUNGARORING ELMS 2013on Le Mans auch diesmal die Größe des Starterfeldes leicht ab, doch es stießen auch neue hinzu. Insgesamt herrschte auch ein sehr gutes Niveau durch die Klassen hinweg, den Fans wurde toller Rennsport geboten. Einige Teams konnten dabei überraschen, allen voran RAM Racing, Morand Racing und SMP Racing.

In Le Castellet waren es Jota Sport (Sieger in Silverstone), Morand Racing und Murphy Prototypes (beide noch sieglos), die sich um den Sieg stritten und sich dabei teils heftige direkt Zwei- und Dreikämpfe, aber ebenso taktische Fernduelle lieferten. Zunächst ging jedoch für die amtierenden Champions Thiriet by TDS Racing alles schief: ein Rad löste sich, der Wagen rutschte von der Strecke und verlor viel Zeit. Die Titelverteidigung konnte sich das französische Team damit abschminken.

In der ersten Rennhälfte zog derweil Oliver Turvey im Jota-Zytek auf und davon. Während die meisten Teams darauf setzten, den Profi-Piloten später einzuwechseln, versuchte Turvey einen Vorsprung herauszufahren, der für den erfahrenen und schneller Gentleman Driver Simon Dolan ausreichen würde. Die Rechnung ging jedoch nicht auf: vor allem Brendon Hartley für Murphy Prototypes, aber auch Christian Klien für Morand, waren so schnell unterwegs, dass der Jota-Vorsprung stetig schwand. Knapp eine Stunde vor Schluss kam es zum großen Dreikampf zwischen Jota, Murphy und Morand. Über einige Runden wurde spektakulär gekämpft, bis sich schließlich Hartley in Front setzte und dort blieb.

Auch taktische Spielchen wie möglichst weit herausgezögerte Tankstopps halfen der Konkurrenz nicht mehr, Hartley im Murphy-Oreca zu stoppen und so konnte das irische Team endlich den lang verdienten ersten Sieg einfahren. Sechs Sekunden betrug der Vorsprung von Hartley/Hirschi am Ende vor Gachnang/Klien; Turvey/Dolan wurden mit 21 Sekunden Rückstand Dritte, während Ragues/Panciatici auf Rang 4 die Meisterschaft für Signatech Alpine sicherten.

Das Team war in der Saison das konstanteste, wenn auch oft unauffällig unterwegs. Der Sieg in Ungarn war schließlich ausschlaggebend, um Thiriet (zwei Siege, aber zweimal magere Punkte in den letzten beiden Rennen) und Jota (Sieger beim Auftakt, aber punktlos in Imola) auf die Plätze zu verdrängen.

Die GTE-Klasse wurde wie so oft in dieser Saison von Johnny Mowlem und Matt Griffin im RAM-Ferrari dominiert, fast eine ganze Runde nahmen sie dem zweitplatzierten JMW-F458 über die 3h-Distanz ab, ohne auch nur eine einzige Führungsrunde zu verschenken. Damit hat sich das Duo verdient den Fahrer- und den Team-Titel gesichert.

In der GTC konnte das in Imola neu hinzugestoßene Team SMP Racing aus Russland einen Doppelsieg verbuchen, wieder standen Babini/Shaitar/Ladygin ganz oben auf dem Podest. Nach vier Siegen in Folge springt damit für das Trio trotz des verpassten Auftaktrennens klar der Titel heraus. Die mit nur zwei Autos besetzte LMPC wurde von Pons/Ayari gewonnen, der Titel geht jedoch an Gary Hirsch und Paul-Loup Chatin.

Im kommenden Jahr wird die „neue“ ELMS nur vorsichtig weiterentwickelt, was auch richtig ist, um das Niveau zu stabiliseren und das Erreichte zu sichern. So wird Estoril als Saisonabschluss den Hungaroring ersetzen und die Rennen werden 2014 über je vier statt nur drei Stunden gehen, um den Langstrecken-Charakter wieder etwas hervorzuheben.

Verabschieden wird man sich allerdings von den gemeinsamen Wochenenden mit der World Series by Renault. Die ELMS will wieder alleiniger Headliner sein, auch in Erwartung größerer Starterfelder. Hoffentlich wird hier nicht zu hoch gegriffen…

Vorschau: ALMS in Virginia

Noch zwei. Das Gastspiel am Virginia International Raceway ist der vorletzte Auftritt in der Geschichte der ALMS. Überraschenderweise ist die Strecke auch Teil des Kalenders der USCR für 2014 – kaum jemand hatte die größere Clubrennstrecke auf der Viehweide für die Nachfolgeserie auf der Rechnung. Man verzeihe mir die etwas flapsige Beschreibung der Rennstrecke – doch trotz der tollen Streckenführung mit vielen schnellen Kurven und schwierigen Bergauf- und Bergab-Passagen sehe ich die Strecke als grenzwertig für eine Top-Rennserie mit so schnellen Fahrzeugen wie den LMPs an. Im kommenden Jahr werden die LMP2- und Daytona-Prototypen dort auch pausieren, stattdessen sollen Die beiden GT-Klassen sowie die Prototype Challenge-Klasse zwei separate Rennen austragen.

Zurück zur Gegenwart: Der Titel in der LMP1 ist seit Baltimore an Muscle Milk Pickett Racing mit Klaus Graf und Lucas Luhr vergeben, quasi mangels Konkurrenz. In Virginia setzt Dyson allerdings noch einmal zwei Profis ans Steuer, Johnny Mowlem (gerade Champion in  der ELMS-GT geworden, s.o.) und Stammfahrer Guy Smith. Damit könnte der Kampf um den Sieg noch einmal etwas spannender werden: um zwei Zehntel holte sich das Dyson-Duo die Pole. Auch das gewöhnungsbedürftige Delta Wing-Coupe ist wieder am Start.

Noch nicht ganz gegessen ist die Sache in der LMP2: Level 5 liegt in der Teamwertung 22 Punkte vor Extreme Speed Motorsports, in der Fahrerwertung liegt Marino Franchitti (Level 5) allein um 4 Punkte vor Guy Cosmo, der allerdings während der Saison von Extreme Speed zu Level 5 „übergelaufen“ ist. Die Fights zwischen den vier HPDs waren in diesem Jahr oft sehenswert, wenn auch gelegentlich nicht ganz fair.

Der übliche Krimi ist in der GT-Klasse zu erwarten: die Top 4 waren in der Quali nur durch zweieinhalb Zehntel getrennt, darunter die beiden BMWs (Auberlen/Martin starten von Pole), der Beretta/Malucelli-Ferrari und der Müller/Holzer-Porsche. Die Corvettes schwächeln und liegen auf den Klassen-Rängen 8 und 9. Trotzdem hat das RLL-BMW-Team kaum noch eine Chance, sie in der Teamwertung noch einzuholen (44 Punkte noch maximal zu vergeben, 38 Punkte Rückstand), doch in der Fahrerwertung beträgt der Nachteil nur 13 Zähler (Dirk Müller hinter Magnussen/Garcia).

GTC und LMPC sind wie gewohnt auch dabei, hier sind die Tabellenstände enger. Das Renen startet am Samstagabend um 20:15 deutscher Zeit, ab 20 Uhr ist der offizielle Livestream auf alms.com drauf. MotorsTV zeigt das Rennen leider nicht live, sondern erst in einer Zusammenfassung am Sonntag um 19 Uhr.

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