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17:06

WTCC: Vorschau Suzuka und die WTCC hier im Blog

In den Kommentaren zum vorletzten Artikel tauchte die Frage auf, warum die WTCC hier im Blog scheinbar so schlecht wegkommt. Da mein Receiver sich spontan dagegen entschied, die Rennen aus Sonoma aufzunehmen, möchte ich anstelle der Analyse zum Sonoma-Rennen ein paar Sätze dazu schreiben, im Anschluss folgt dann die Vorschau auf Suzuka.

FIA WTCC Shanghai, China 02-04 November 2012Es mag durchaus sein, dass die WTCC teilweise im Podcast und den Artikeln etwas zu schlecht wegkommt. Aber leider macht es die Rennserie einem manchmal wirklich nicht leicht. Ich mag sie sehr gerne, ansonsten würde ich auch nicht einige Stunden jedes Jahr für die Berichterstattung der Serie im Blog “opfern”. Die Grundidee der WTCC gefällt mir sehr gut, relativ seriennah aussehende Fahrzeuge, die eine Weltmeisterschaft auf fünf Kontinenten ausfahren.

Die Ausführung ist nur leider in den letzten Jahren mangelhaft. Da wäre zunächst die Situation rund um die Werke in der WTCC. Dort gibt es im nächsten Jahr die Aussicht auf einen guten Zweikampf oder, sollte Lada sich fangen, sogar Dreikampf. Allerdings ist es grausam, dass die Hondas dieses Jahr gegen die Chevrolets ziemlich untergehen. Ich hatte auch mit der Fahrerpaarung ziemlich große Hoffnungen in das Honda-Team gesteckt, doch das, was bisher gezeigt wurde, ist einfach viel zu wenig für eines von nur zwei werksunterstützten Teams in einer Serie, in der man potentiell jede Menge erfahrenes Personal einkaufen kann.

Klar werden die Chevrolets von RML noch weiterentwickelt, aber die haben natürlich nicht die Ressourcen, die ein Weltkonzern wie Honda in ein Werksprogramm stecken kann. Sollte Honda nicht bereit sein, genügend Geld in die Hand zu nehmen, verstehe ich ehrlich gesagt nicht, was sie in der WTCC suchen. Mit Arena-Motorsport/Ford hatte man ein deutlich warnendes Beispiel, was passiert, wenn man sich nicht genügend zu der Serie “committed.”

Natürlich kommt im nächsten Jahr das neue Reglement. Aber das wusste man Ende 2012/Anfang 2013 noch nicht. Eigentlich hätte dieses Auto die Basis für zwei Jahre sein sollen. Ich bin mir nicht sicher, ob man den Entwicklungsrückstand, den man gegenüber Chevrolet hat, bis zum nächsten Jahr aufgeholt hätte. Andererseits zeigt der große Vorsprung der Chevrolets auf den meisten Strecken, welch gute Arbeit die Werkstruppe in den anderen Jahren geleistet hat.

Genau hier liegt jedoch der Knackpunkt. Wenn über Jahre hinweg eine Marke eine Serie so dominiert, dass von 20 bis 24 Rennen teilweise nicht mal mehr vier von anderen Marken gewonnen werden, dann hat diese Serie ein riesengroßes Problem. Die WTCC hat es einfach jahrelang nicht geschafft, nach dem Ausstieg von Alfa Romeo, BMW und Seat vernünftig strukturierte und erfolgreiche Werkseinsätze in der Serie zu produzieren. Der Lada-Einsatz ist meiner Meinung nach immer noch ein nicht wirklich ernst gemeintes Engagement. Der Honda-Einsatz ist zunächst einmal nicht wirklich erfolgreich.

Honda hat allerdings die Konstrukteurswertung gewonnen, in der nur Honda und Lada gemeldet waren. Da würden sich selbst DTM-Marketingabteilungen schwer tun, das als echten Erfolg zu verkaufen. Ich setze große Hoffnungen in den Werkseinsatz von Citröen nächstes Jahr, doch in diesem liegt wiederrum auch ein großes Risiko. Sollte Citröen, speziell mit der Fahrerpaarung Loeb/Muller, auch nur ein halbwegs vernünftiges Auto bauen, besteht die Gefahr einer neuen dominanten Marke.

Und diese könnte dominanter sein denn je. Die Frage ist, ob Honda es schafft, ein konkurrenzfähiges Auto im Vergleich zu den Citröen zu bauen. Sollte ihnen das nicht gelingen, könnte das ein ganz trauriges Jahr werden. Der Chevrolet und der Seat werden wohl an die Regeln angepasst werden, allerdings kann ich mir kaum vorstellen, dass sie mit den Werksautos mithalten können. Die BMW sehen wir eventuell nächstes Jahr überhaupt nicht wieder.

Das gleiche Schicksal könnte uns auch bei Lada drohen. Man hat für dieses Jahr ein neues Auto konstruiert, das nicht besonders gut funktioniert, und auch allgemein läuft die Saison für Lada bisher einfach katastrophal. Ob man für nächstes Jahr erneut ein völlig neues Fahrzeug konzipiert, erscheint mir äußerst fraglich.

Aber nicht nur bei den Herstellern hat die WTCC ein Problem, nein, auch bei der Rennlänge. Die zwei Rennen, die nur so zwischen 20 und 30 Minuten dauern, sind einfach zu kurz. Man sollte zumindest, da man ja auch viel auf Stadtkursen unterwegs ist, die Regel einführen, dass man die Runden hinter dem Safetycar einfach nicht mitzählt. Dass der von anderen Seiten oft gemachte Vorschlag, die Rennen zu verlängern, aufgegriffen wird, ist eher unwahrscheinlich, da Eurosport, die ja die WTCC komplett über Tochtergesellschaften vermarkten, sicherlich sein Veto einlegen würde.

Die kurzen “Rennhäppchen” passen teilweise jetzt schon kaum in das prall gefüllte Wochenendprogramm von Eurosport, was unter anderem dazu führt, dass teilweise die Quali gar nicht live und die Rennen auf Eurosport 2 versendet werden. Eurosport 2 ist immer noch ein Sender, den nicht jeder empfängt. Dadurch, dass Eurosport sich die Startzeiten auch immer so ins Programm legt, wie es gerade ins Schema passt, kommen auch keine einheitlichen Startzeiten für die WTCC-Rennen bei raus (zum Beispiel die beiden Rennen in der Europa-Saison starten immer um 14 und 16 Uhr).

Was ich hingegen (meistens) sehr gut finde, ist die Linie der Rennleitung, die oft das richtige Maß findet, was fair ist und was nicht. Ebenfalls positiv sehe ich den Kalender. Dadurch, dass man auf so vielen Kontinenten fährt und aus Kostengründen per Schiff reist, zerschießt man sich zwar den Kalender und hat lange Pausen drin, aber wenn man sich den Rennkalender anschaut, hat man wirklich das Gefühl, dass hier eine Weltmeisterschaft (bis auf Australien, das ich gerne mit einem Stadtkurs im Kalender sehen würde) unterwegs ist.

Dass man so viel reißt und auch mal unbekanntere Strecken ausprobiert, birgt allerdings auch ein größeres Risiko in sich. Das “Neuland”, das man teilweise betritt, führt zu liegenbleibenden Streckensicherungsfahrzeugen, zu mutigen Streckenposten, nicht funktionierenden Ampeln etc. Das sieht teilweise in diesen Situationen alles andere als professionell aus, eine Professionalität die man von einer Weltmeisterschaft eigentlich erwarten würde.

Das sind ein paar kurze Gedanken von mir zum Gesamtstand der WTCC. Das aktuelle Renngeschehen bringt uns diese Woche mit Suzuka eine tolle Strecke mit begeisterten Fans. Man hat sich dieses Jahr entgegen erster anders lautender Meldungen wieder dazu entschieden, die kurze Variante zu fahren. Zuerst mal das Wichtigste: Yvan Müller wird unter normalen Umständen Meister, wir werden wohl den ersten Weltmeister des Motorsportjahres 2013 dieses Wochenende küren. Auch wenn er ein streitbarer Charakter ist, er hat es auf alle Fälle leistungsmäßig mehr als verdient.

Eine große Neuerung der Asia Tour, die dieses Wochenende beginnt, ist die Eurosport Asia Trophy, eine Meisterschaft innerhalb der WTCC, die ähnlich wie die Young Driver’s Trophy nur unter bestimmten Fahrern ausgetragen wird. In Suzuka werden sich zunächst neun Piloten um die Punkte streiten, ob diese alle bis inklusive Macao dabei sind, wird man sehen müssen.

Eine der prominenten Neubesetzungen ist dabei sicherlich Hiroki Yoshimoto, der für Nika Racing an den Start gehen wird. Nykjaer ist dafür raus, was auch wieder zeigt, dass Erfolg nicht alles ist, sondern man eben auch ein finanzielles Polster braucht. Yoshimoto wird den Wagen in Suzuka und Macao pilotieren, jedoch nicht in China, weil sich das Rennwochenende mit der SuperGT überschneidet, in der Yoshimoto auch aktiv ist.

Die zweite bekannte Neubesetzung ist Masaki Kano für Franz Engstler, weil dieser leider erkrankt ist. Masaki Kano fuhr bisher jedes Rennenwochenende der WTCC in Suzuka und ist auch in der SuperGT aktiv. Die weiteren Teilnehmer der Eurosport Asia Trophy sind Takuya Izawa, Yukinori Taniguchi, Jerónimo Badaraco, Filipe Clemente de Souza, Ng Kin Veng, Henry Ho Wai Kun und Mak Ka Lok. Ansonsten hält die

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