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07:59

DTM – Norisring – Rennbericht

Motorsports / DTM 2013, 5. Rennen NorisringMercedes kann den Schwung des letzten Rennens mitnehmen und stellt Robert Wickens auf die Pole, Spengler sichert sich P2 vor dem zweiten Mercedes mit Gary Paffett am Steuer. Der Start geht verhältnismäßig gesittet vonstatten, Wickens und Spengler bleiben vorn, nur Paffett verliert ein paar Plätze. Wie sich in den Startwiederholungen zeigt, legt der Brite einen Frühstart hin sein Versuch dies zu korrigieren führt zu seinem Platzverlust, doch wie nicht anders zu erwarten kassiert er wenige Runden später eine Durchfahrtstrafe.

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Schlimmer erwischt es Timo Scheider, sein Audi kommt beim Start nicht vom Fleck, er rollt zwar noch an, aber weiter als bis zum Ende der Boxengasse kommt er nicht. Dieser erneute Ausfall durch einen technischen Defekt führt zu einem emotionalen Ausbruch von Scheider, als er schließlich zu Fuß in seiner Box ankommt.

Einmal mehr sehen wir sehr frühe erste Stopps, schon um Runde 5 (von 83 Runden) kommen die ersten Fahrzeuge zu Pflichtstopp Nummer Eins. Unter Ihnen Jungstar Pascal Wehrlein, der nach einem super Start bis auf Platz 3 vorfahren konnte. Sein Team hat Probleme beim Wechsel des rechten Vorderrads, als Konsequenz kommt, er direkt hinter zwei Fahrzeugen wieder auf die Strecke und kann dadurch den Vorteil der freien Strecke nicht nutze. Er fällt schließlich, soweit zurück das Er in der 65. Runde schließlich sogar ganz aufgibt.

Während Spengler langsam Wickens unter druck setzen kann fährt Tomczyk in die Wand und bekommt gleich noch eine von Juncadella mit, dies bedeutet das Aus für Tomczyk und eine Gelbphase für den Rest des Feldes. Viele Fahrer nutzen diese Gelbphase bereits für ihren zweiten Stopp, einige der Teams sind darauf aber so spontan nicht vorbereitet, was zu ziemlichen Chaos in der Boxengasse führt. Aufgrund der frühen ersten Stopps (um Runde 5-6) und der ebenfalls recht führen zweiten Stopps rund 10 Runden später, haben einige Fahrer nun bereits nach 15 Runden ihre beiden Pflichtstopps hinter sich. Unter Ihnen Jamie Green, Mike Rockenfeller und Gary Paffett. Um diese Fahrer bildet sich das Verfolgerfeld und mit Ihnen das Zünglein an der Waage, wie sich später zeigt.

Beim Restart führt nun Eduardo Mortara vor Wickens, Spengler und Ekström das Feld. Ekström sieht seine Chance und drückt sich in einem harten aber grad noch als fair zu bezeichnendem Manöver an Spengler vorbei und schnappt sich wenig später in einem sehr sauberen Manöver auch Wickens.

Nach rund 30 Runden führt Rockenfeller nun die Verfolgergruppe an. Rockenfeller ist mit den weicheren Optionreifen unterwegs, Paffett hinter ihm hat die Harten drauf. Insgesamt müssen die Fahrer, wenn die Taktik aufgehen soll, fast 70 Runden mit einem Satz auskommen. Hier ist also Paffett deutlich im Vorteil, zumal seine harten Reifen nicht merklich langsamer zu seien scheinen als Rockenfellers Options.

Nun beginnt die Aufholjagd der Verfolgergruppe und die Rennleitung zückt einmal mehr ihr vermutlich umstrittenstes Mittel, um den Verfolgern zu helfen, die blauen Flaggen. Hier wird den Verfolgern also gnadenlos das Feld freigeräumt, damit sie auf die Spitzengruppe aufholen können. Meine Meinung zu dem Thema ist eigentlich ganz einfach, wenn der Vordermann zu schnell ist um ihn aus eigener Kraft oder gar mit Hilfe von DRS überholen zu können, dann ist er wohl zurecht mein Vordermann … Ein Renneingriff mit Blauen Flaggen für direkt hintereinander platzierte Fahrzeuge finde ich nicht richtig, ich will Überholmanöver sehen und keine blauen Flaggen. Dieses Vorgehen führt dann sogar zu solch absurden Funksprüchen wie von Paffett, der mehrmals per Funk fordert das blaue Flaggen geschwenkt werden anstatt, dass er seine Gegner selbst angreift. Auch im weiteren Verlauf des Rennens sieht man immer wieder die Einblendung „Blue Flagg..“ Das ist mir so extrem in dieser Saison bisher nicht aufgefallen, gefühlt jede Runde sieht man diese Einblendung.

In Runde 65 kann schließlich Ekström die Führung übernehmen, um sie bis zum Ende behalten zu können, braucht er für seinen noch ausstehenden zweiten Pflichtstopp mindestens 30 Sekunden Vorsprung auf die Verfolgergruppe, mittlerweile angeführt von Gary Paffet. Weiter hinten geben Green und Wehrlein ihr Rennen auf. Eine interessante Teamtaktik fährt nun Audi auf. Um Ekström zu helfen seinen Vorsprung auszubauen, lässt sich der bereits überrundete Miguel Molina so weit zurückfallen, dass Ekström bis auf 2 Sekunden an ihn herankommt und damit im DRS Fenster landet.

In Runde 77 geht der zweitplatzierte Eduardo Mortara an die Box, mit einem perfekten Stopp könnte auch er seinen zweiten Platz vor dem heraneilenden Paffett halten. Doch sein Team verpatz den Stopp und braucht rund 1,5 Sekunden zu lang. Er kommt somit direkt neben Paffett wieder auf die Strecke. Paffett kann Platz zwei übernehmen, wird aber nun seinerseits von Mortara attackiert. Paffetts Reifen haben nun schon ca. 60 Runden auf dem Buckel, Mortaras sind frisch. Als Nächstes geht Ekström in die Box, bei ihm klappt der Stopp perfekt, gefahrlos kann er Platz 1 vor Paffett halten.

Zwei Runden vor Rennende kommt es zum Showdown zwischen Paffett und Mortara. Mortara fährt Paffett in der Anbremszone zur Spitzkehre ins Heck. In einem späteren Interview mit Ekström erfährt man, dass Mortara wohl schon das ganze Rennen Probleme mit den Bremsen hatte. Mortara kann sogar trotz seiner zerstörten Front den Platz auf Paffett gutmachen, Paffett jedoch muss an der Spitzkehre die Strecke verlassen und Vietoris schlüpft als unbeteiligter Dritter durch. Sofort setzt Paffett zur Attacke auf Mortara an. In einem offensichtlich unüberlegten und emotionsgeladenem Manöver zeig Paffett dann auch tatsächlich neben Mortara und ist eigentlich schon vorbei, als Paffett statt weiter geradeaus zu fahren die Strecke für Mortara zumacht und ihn gegen die Wand drückt. Dieser unnötige Racheakt führt jedoch dazu, dass sich der Mercedes von Paffett vor Mortara querstellt, das Aus für beide Fahrer.

Ekström fährt nun seinem ungefährdetem ersten Sieg auf den Norisring entgegen, ein schönes Geburtstagsgeschenk für Ekström und bis zu diesem Moment wohl verdient.

Obwohl das Rennen nun beendet war, kam die Aktion die Ekström das Rennen kosten sollte, wenige Minuten Später im Park Ferme:

Ich denke ich bin nicht der Einzige, der kaum glauben konnte, was er da sah, für mich sieht das nicht nach einer Aktion ala „dem armen Kerl ist warm, schütten wir ihm etwas Wasser über den Kopf“ aus. Ich weiß nicht, wie sich Audi da rausargumentieren will, dennoch hat man erst mal Widerspruch gegen die Disqualifikation eingelegt. Ich bin wirklich gespant auf die Argumentation…

 

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