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06:20

ALMS: Bericht Mosport 2012

Während in der LMP1 der Muscle Milk Wagen nicht zu stoppen war, ging es in der LMP2 und der GT-Klasse richtig zur Sache. Und das auch nach dem Rennen.

Die Strecke in Mosport ist ja eigentlich ein kleiner Witz. Zumindest in Sachen Sicherheit. Mauern und altersschwache Leitplanken säumen die teilweise nicht gerade breite Strecke, die gleichzeitig eine der höchsten Durchschnittsgeschwindigkeiten ermöglicht. Mit einem Le Mans Prototypen zu fahren, ist etwas wahnsinnig, denn ein Abflug ist meist immer sehr heftig. Immerhin benahmen sich die Piloten in Mosport dieses Mal und es gab nur kleinere Unfälle. Überhaupt lief das Rennen eher ruhig ab, auch wenn es in den einzelnen Klassen teilweise hoch her ging. Und auch der Sieger hatte einen ereignisreichen Nachmittag in Kanada.

LMP1

Zwar hatten Klaus Graf und Lucas Luhr den HPD von Muscle Milk auf die Pole gestellt, doch den Start gewann der Dyson-Lola. Jedenfalls kurzzeitig, denn die Wiederholung zeigte, dass Dyson etwas optimistisch vor der grünen Flagge aufs Gas gegangen war. Die Folge war ein freundlicher Funkspruch der Rennleitung, dass man den HPD bitte doch wieder nach vorne lassen sollte. Danach war es für die beiden deutschen Piloten ein eher einseitiges Rennen. Der Lola konnte das Tempo der Führenden nicht mitgehen und fiel sukzessive zurück. Spannung kam dann in der LMP1 noch mal auf, als man erst Probleme mit dem Getriebe bekam, die sich aber durch einen Reset der Elektronik wieder beheben liessen und als man eine Stop & Go Bestrafung kassierte. Bei der Arbeit am HPD waren zu viele Mechaniker am Wagen und wie in Le Mans auch, resultiert daraus dann eine Strafe. Am Ende lagen Graf/Luhr 10 Sekunden vor dem Dyson-Lola-Mazda, was knapper klingt, als es am Ende tatsächlich war. Es war der vierte Sieg in Folge für das Team, die die Meisterschaft vermutlich schon in der Tasche haben.

LMP2

Da ging es in der LMP2 doch deutlich enger zur Sache. Martin Plowman und David Heinemeier Hansson hatten mit ihrem schnellen Morgan-Nissan mal wieder die Nase vorne, mussten sich aber heftigster Angriffe vom Level 5 Motorsports HPD ARX-03b mit Christoph Bouchut und Scott Tucker erwehren. Im Grunde langen beide Wagen während des gesamten Rennens eng zusammen und gaben sich auch in Sachen Strafen die Hand. Zuerst erwischte es den Morgan, weil Hansson unter Gelb überholt hatte. Doch dann patzte Bouchut gleich zwei mal. Erst ließ er sich mit überhöhter Geschwindigkeit in der Box erwischen, dann übertrieb es beim letzten Restart 12 Minuten vor Schluss. Die Rennleitung hatte vor dem Rennen darauf hingewiesen, dass man die Boxenausfahrtslinie auch von der Strecke aus nicht kreuzen sollte. Aber genau das machte Bouchut in einer zugegebenermaßen etwas unübersichtlichen Rennsituation nach dem Restart. Somit kassierte er erneut eine Stop & Go, was den Sieg für den Morgan zementierte. Erstaunlich: Beiden Wagen gelang das Kunststück mit dem P1 in einer Runde zu bleiben.

GT

In der gut besetzten GT-Klasse ging es wie gewohnt bis zum Schluss extrem eng zu. Die beiden Corvette gaben zunächst den Ton an, doch das Team verlor schnell den Wagen von Gavin/Milner, die mit einem Getriebeschaden ausrollten und erst nach langer Reparaturzeit wieder ins Rennen geschickt werden konnte. Hinter der Corvette mit Magnussen/Gracia am Steuer lagen der Flying Lizard Porsche mit Bergmeister/Long und der Extreme Speed Motorsport Ferrari 458 mit Scott Sharp und Johannes van Overbeck. Die beide Rahal BMWs konnten nur am Anfang mithalten, verloren im Verlauf des Rennens aber den Kontakt zur Spitze. Es zeigt sich, dass der M3 am Ende seiner Entwicklung ist und der Umstieg auf den Z4 für 2013 eine gute Entscheidung darstellt.
Zur Mitte des Rennens übernahm der Porsche dann die Führung vor der Corvette, was einigermaßen überraschend war. Bergmeister und Long konnten die Führung sogar ausbauen und zeigten, dass im 2012er RSR noch einiges an Potential steckt. Die späte Gelbphase ärgerte das Team dann, man konnte aber auch auf der langen Gerade vorne bleiben und sich der Angriffe der Corvette erwehren. In der letzten Runde verstärkte Magnussen seine Bemühungen und attackierte wild. Dabei achtete er aber nicht auf den Ferrari hinter ihm und Overbeck nutzte eine winzige Lücke aus, um sich an der Corvette vorbei zu rempeln.
Nach dem Rennen wurde die Freude bei Extrem Motorsport noch größer. Denn der siegreiche Flying Lizard Porsche fiel bei der technischen Abnahme durch den sogenannten “Stall-Test”. Dabei wird der Lufteinlass der Motors abgedeckt, so dass der Motor eigentlich ausgehen musste. Was er aber nicht tat und das deutet wiederum darauf hin, dass der Motor unerlaubterweise an anderer Stelle mehr Luft und damit mehr Leistung bekommt. Damit siegte dann der Ferrari vor der übrig gebliebenen Corvette und dem BMW mit Joey Hand/Dirk Müller am Steuer.

LMPC/GTC

Sechs Wagen starteten in der LMP2, nur 4 in der GTC, wobei der Porsche von LaSaffre/Faulkner in einen Crash verwickelt wurde. Die drei verbliebenen GTC lieferten sich ein von den Kameras dann leider nicht oft gezeigten Dreikampf, den Gudia/Pumpelly mit nur eine Sekunde Vorsprung für sich entscheiden konnten. In der PC dominierten mal wieder Junquiera/Drissi, die mit einer Runde Vorsprung gewannen.

Es war, vor allem wegen der GT und LMP2 Klasse, ein gutes Rennen. Etwas nervig war der Stream, bei dem die Kommentarspur teilweise ausfiel oder nicht synchron lief. Man kann schon froh sein, dass man die Bilder des Rennens in Europa sehen kann, aber ohne Kommentar ist es dann doch etwas beschwerlich.

Nächstes Rennen der ALMS ist schon in 14 Tagen in Mid-Ohio.
Anmerkung: Die Bilder stammen vom vorletzten Rennen in Lime Rock. Die ALMS war nicht in der Lage, aktuelle Bilder bis Montagabend zur Verfügung zu stellen.

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