Tumblelog by Soup.io
Newer posts are loading.
You are at the newest post.
Click here to check if anything new just came in.
06:46

ALMS: Fotofinish in Road America

Gleich in zwei Klassen gab es ein extrem spannendes Finish beim ALMS Rennen auf dem Kurs von Road America. Aber auch die oft kritisierte LMPC Klasse überraschte.

Groß ist das Starterfeld der LMP-Klassen in der ALMS ja nicht gerade, aber das reicht dennoch um spannende Rennen zu produzieren. Die Eigenart der US-Serien, das Feld gegen Ende des Rennens mal wieder zusammen zu führen, sorgt halt auch dafür, dass die Rennen am Ende immer wieder extrem eng sind. In der LMP1 prügeln sich regelmäßig der Dyson Lola mit Smith/Dyson und der Muscle-Milk Aston mit Graf/Luhr am Steuer um den Sieg. Dank der BoP sind beide Wagen ungefähr gleich auf und der alte Aston Martin mit 12 Zylinder zeigt, zu welchen Leistungen er noch in der Lage ist. Kein Wunder, dass er Aston selber ihn jetzt wieder ausgegraben hat und auch in der LMS einsetzen wird. Dennoch wurde es ein hartes Rennen für die deutschen Fahrer.

Schon in den ersten Kurven wurde klar, dass das kein einfaches Rennen für den Aston Martin wird, der sich die Pole geholt hatte. Doch nach drei Kurven war man die Führung schon wieder los. Steven Kane im zweiten Dyson-Lola schien seine Dunlop-Reifen schneller auf Temperatur bekommen zu haben und stach in T3 innen durch. Kane konnte seine Führung auch bis zur ersten Gelbphase nach wenigen Runden verteidigen und der Restart zeigte dann wieder ein ähnliches Bild. Zunächst spielte Klaus Graf das überlegende Drehmoment seines Wagens aus, doch Kane konterte wieder in T3 und ging erneut in Führung. Kane konnte den Vorsprung auf Graf sogar leicht ausbauen, was allerdings vermutlich auch etwas damit zu tun hatte, dass Klaus Graf in seinen ersten Stint auch etwas spritsparender unterwegs war, denn der 6 Liter Motor des Aston braucht dann doch etwas mehr, als die 2-Liter Mazda Maschine im Dyson.

Das Rennen plätscherte lange ein wenig vor sich hin, auch wenn es an der Box von Muscle Milk beim ersten Stopp jede Menge Aufregung gab, als am Benzineinlass beim Tanken ein kleines Feuer entstand. Steven Kane konnte in seinem Dopplestint die Führung locker verteidigen und übergab dann an seinen Partner Humaid al Masaood übergab. Doch der zerlegte den Lola dann in Führung liegend so dass der Aston dann in Führung ging.

Diese verteidigte die Mannschaft dann auch, auch wenn Chris Dyson von hinten teilweise ordentlich Druck machte. So richtig in Schwung kam das Duell jedoch in den letzten 45 Minuten, als man während der letzten Caution zusammen an die Box kam. Der Aston hatte aber nur noch gebrauchte Reifen, während der Dyson auf frischen Pneus unterwegs war. Es entwickelte sich ein enges, hartes aber immer faires Duell zwischen beiden auch in der Meisterschaft führenden Teams. In der letzten Runde hing Dyson mit seinem Lola im Zentimeterabstand hinter dem Aston und suchte seine Chance. Gleichzeitig hatte man bei Mucsle Milk Sorgen, dass der Sprit mal wieder ausgehen würde. So wie im letzten Jahr, als man zwei Kurven vor Schluss den sicher geglaubten Sieg abgeben musste, weil der Tank von Klaus Graf trocken war. Doch dieses Mal reichte es für den Aston und er gewann mit gerade mal einem Zehntel Vorsprung vor dem Lola-Mazda.

GT
In der GT-Klasse gab es die üblichen Raufereien zwischen den BMW, Corvette und Ferrari. Zunächst hatten die Corvette die Nase vorne, allerdings nur sehr knapp vor den BMW, die im Laufe des Rennens dann die Oberhand gewannen. Wie eng es zugeht konnte man nach einer Stunde sehen, als Toni Vilander um F458 und Oliver Gavin in der Corvette sich nach einem Boxenstopp in der ersten Kurve nicht einig waren und beide sich fast drehten. . Was dem BMW mit Bill Auberlen erlaubte in Führung zu gehen.

Etwas als sonst sah man von den Porsche, die immerhin mal wieder um einen Podiumsplatz kämpfen konnten. Der Flying Lizard 911er mit Jörg Bergmeister und Patrick Long lag bis weniger Minuten vor Schluss auf Platz 3, musste sich aber am Ende doch mit P4 begnügen, weil der heranstürmenden zweiten BMW nicht aufhalten konnte. Mehr war für Porsche nicht zu holen, an einen Sieg war eh nicht zu denken, auch wenn man etwas dichter dran war.

Während die Corvette vorne gegen Ende des Rennens mal wieder Probleme hatten, entwickelte sich ein schöner Kampf zwischen beiden BMW und dem Ferrari F458 von Risi Competizione. Offenbar hat man bei Ferrari in den letzten Wochen jene Leistung gefunden, die man bisher vermisst hatte. Ferrari selber hatte zugestanden, dass der Motor noch nicht die Leistung bringt, die man sich erhofft, und man einige Wochen hinter dem Zeitplan hängt. Das Problem scheint sich erledigt zu haben, denn nach der letzten Caution rang der Ferrari den BMW mit Dirk Werner nieder und erarbeitete sich auch noch eine gemütliche Führung von knapp 9 Sekunden, was in der engen GT-Klasse ja nicht gerade wenig ist. Wenn man bedenkt, dass der F458 gerade seine erste richtige Saison fährt, kann man sich vorstellen, was da im nächsten Jahr noch kommen wird. BMW und Chevrolet werden sich warm anziehen müssen, ob Porsche mit dem neuen GTR, der im Moment getestet wird, wieder um Siege kämpfen kann, wird man sehen müssen.

LMPC

In der LMPC gewann der PR1/Mathiasen Motorsport Wagen mit Butch Leitzinger und Rudy Junco Jr. am Steuer. Das war nicht gerade überraschend, die Endposition des Wagens jedoch schon. Weil in der P1 und P2 mal wieder wenig Wagen unterwegs waren, die dann auch noch Probleme hatten, gelang es dem LMPC einen beeindruckenden dritten Platz in der Gesamtwertung einzufahren.

Dabei war der Sieg von Leitzinger/Junco in der Klasse lange gar nicht so sicher. Denn das Team der #63 Genoa Racing übte lange massiv Druck aus, und konnte ein ums andere Mal auch die Führung in der Klasse erlangen. Erst nach der letzten Caution setzte sich Junco ab und konnte den Sieg festzurren.

GTC
Die GTC zeigte auch mal wieder ein spannendes Rennen, aber die letzte Runde toppte dann doch alles. Jeroen Bleekemolen lag in der letzten Runde auf P3, schappte sich aber zunächst den zweitplatzierten um dann zwei Kurven vor Schluss den Führenden zu überholen. Der rächte sich mit einem kleinen Stupser in der letzten Kurve, doch der Niederländer konnte trotz eines schleichenden Plattfuss noch den Sieg holen.

RA1_6349 _DSC8379 RA1_6203 RA1_6023 RA1_5470 RA1_5453 RA1_5431 RA1_5134 RA1_4888 RA1_4820 RA1_4744 RA1_3390

flattr this!

Don't be the product, buy the product!

Schweinderl