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05:31

BTCC: Plato verkürzt den Abstand

Drei interessante Rennen gab es auf dem umgebauten Kurs von Snetterton. Matt Neal hatte dabei ein rabenschwarzes Wochenende.

Der umgebaute Kurs von Snetterton kam bei allen Fahrern sehr gut an, aber wie würde er sich im Rennen schlagen? Das Ergebnis: Nicht schlecht. Es dauerte etwas, bis die Fahrer die Stellen fanden, an denen man sich in der sehr engen Serie an der Konkurrenz vorbeiquetschen konnte. Dazu kommt, dass man etwas knauserig mit den Curbs war. Die sind recht schmal und dahinter ist dann bester britischer Lehmboden. Da muss man noch mal nachbessern und zumindest etwas Teppich verlegen. Aber nach und nach kamen die Piloten mit dem Kurs klar und die Rennen wurden richtig gut. Zumindest für alle, ausser Matt Neal, der ein katastrophales Wochenende erlebte, weil er in den ersten beiden Rennen nicht in die Punkte kam. Schön war aber zu sehen, dass der Dynojet Toyota mit Frank Warthall endlich in Schwung gekommen ist.

Rennen Eins

Und schon in der ersten Kurve gab es dann mächtig viel Ärger. Plato hatte einen guten Start, aber Neal hatten ebenfalls einen guten Start und setzte sich im sehr langen Turn 1 auf der Aussenseite von Plato fest. Doch das konnte einfach nicht gut gehen. Plato hatte innen auch keinen Platz und hielt einfach seine Linie, während Neal nach innen ziehen musste, um nicht auf das Gras zu kommen. Es kam, wie es dann kommen musste – Plato und Neal berührten sich mit dem schlechteren Ende für den Honda. Der drehte sich mitten ins Feld rein aber erstaunlicherweise kamen alle Kollegen um ihn herum. Neal hatte den Wagen abgewürgt und brauchte lange, um ihn wieder zu starten. Damit war auch schon klar, dass Neal damit im zweiten Rennen von ganz hinten starten musste. Neal meinte nach dem Rennen, dass er sich auch nicht ganz sicher sei, ob es ein Rennunfall war, oder ob Plato ihm zu wenig Platz gelassen hat. Die Wahrheit wird wohl dazwischen liegen.

Damit war das Feuer vorne aber dann auch leider raus. Plato war abgesichert durch durch MacDowall, der wiederum Gordon Shedden auf Distanz hielt. Die Reduzierung des Ladedrucks bei den S2000/NGTCs scheint wirklich dem Chevrolet geholfen zu haben. Plato fuhr dann einen ungefährdeten Sieg entgegen.

Hinter den Top 3 entwickelte sich ein nettes Duell zwischen Chilton und dem erstaunlichen Frank Wrathall im Dynojet Toyota. Der dient ja als Versuchsträger und fährt schon nach dem kompletten NGTC-Chassis Reglement. Bisher waren die Toyota nur sehr weit hinten zu finden. Aber offenbar hat Dynojet in der zweimonatigen Pause einiges am Wagen gefunden. Der Toyota lief jedenfalls sensationell gut und konnte auch die Zeiten der Top 3 halten. In einem sehenswerten Zweikampf rang er dann den Ford Focus von Chilton nieder und kam so auf P4. Schön, dass man eine weitere Marke unter den Top 5 sehen kann.

Erstaunlicherweise zog sich das Feld schnell weiter auseinander, vor allem das Mittelfeld fiel weit zurück. Der Abstand zwischen Plato und P10 betrug am Ende satte 26 Sekunden, was schon erstaunlich viel war.

Das Endergebnis sah dann so aus: Plato, MacDowall, Shedden, Warthall, Nash, Jackson, O’Neill, Cole, Chilton, Mewsham, Smith, Jordan, Foster, Byford, Austin, Neate, Griffin, Neal, George, James.

Rennen Zwei

Die Startaufstellung ergab sich aus dem Ergebnis des erstes Rennens. Plato musste aber mit dem maximalen Zusatzgewich von 45kg starten, was man schon am Start bemerkte. Er kam nur zäh los, Shedden, der von P3 kam, war deutlich agiler unterwegs und setzte sich auf der Innenseite für T2 fest. Plato konnte sich zunächst wehren, aber in T2 gab es hinter ihm einen kleinen Stau, der dazu führte, dass Shedden leicht angeschubst wurde, der wiederum Plato anschob. Der kam auf die schmutzige Seite und wurde von Shedden und Nash und Warthall überholt. P4 war aber immer noch ein gutes Ergebnis, zumal er von hinten von MacDowall abgeschirmt wurde. Der Toyota lag damit auf P3 und Warthall versuchte sich an James Nash heran zu fahren, was aber misslang. Nach hinten hatte er zunächst genug Luft.

Matt Neal hatte eine sensationelle erste Runde. Er startete von P18 und lag nach wenigen Kilometern schon auf P10. Aber hier wurde es etwas schwerer mit dem Überholen, aber nach sieben Runden hatte er sich Dave Newsham Seat geschnappt und lang direkt hinter MacDowall auf P6. Als man sich auf eine nettes Duell vorbereiten wollte, fuhr Neal plötzlich an die Box. Der Wagen wurde gecheckt, aber nach 20 Sekunden ging es weiter. Ein Wochenende zum Vergessen für Neal, dessen Vorsprung in der Meisterschaft damit hinüber war.

Vorne ließ Shedden keinen Zweifel an seinem Sieg. Dahinter lag auch James Nash sicher auf P2. Doch beim Dynojet Toyota bahnte sich ein kleines Drama an. Denn plötzlich verlor er viel Zeit und hatte Plato erneut im Genick. Den konnte er zwei Runden abwehren, was aber auch den weiter hinten liegenden Fahrer erlaubte, etwas näher zu kommen. Wrathall musste schließlich beide Cruze passieren lassen, aber es kam noch schlimmer. Er rollte dann mit einem überhitzten Motor aus.

Die einzigen Kämpfe gab es noch um P5, wo Newsham im Seat, O’Neill im 2010er Cruze und Jackson im 2010er Focus sich wenig schenkten. Es war mal wieder britischer Motorsport at its best und am Ende machte Newsham den entscheidenden Fehler und die Konkurrenz ging vorbei.

Am Ende siegte Shedden, vor Nash, Plato, MacD, O’Neill, Jackson, Newsham, Cole, Jordan, Collard, Foster, Chilton, Gilham, Griffin, Wood. Die Auslosung des Reverse Grid ergab dann P7.

Rennen Drei

Einen interessanten Mix gab es im letzten Rennen. Allein die Startaufstellung mit Newsham, Jackson, O’Neill, MacD, Plato, Nash, Shedden, Cole, Jordan, Collard versprach schon viel Spaß. Nicht mehr dabei war leider Frank Warthall mit dem Dnyojet Toyota, dessen Kühler hinüber war und man keinen Ersatz hatte.

Newsham hielt seinen Seat in Front, auch weiter hinten gab es zunächst kaum Veränderungen. Jason Plato und MacDowall bildeten mal wieder ein Tandem und blieben hinter Newsham, Jackson und O’Neill auf den Plätzen 4 und 5. Derweil entwickelte sich vorne ein schöner Kampf zwischen Jackson und Newsham, den der Ford-Pilot aber für sich entscheiden konnte. Der Grund war, dass die Vorderreifen des Seat schnell nachließen und Newsham sich mit einem fürchterlicher Untersteuern beschäftigen musste. So rutschte auch Paul O’Neill durch, der dem Tempo von Jackson nicht folgen konnte. Da Newsham mehr und mehr mit der Abwehr von Jason Plato beschäftigt war, konnte sich O’Neill auf P2 einrichten.

Plato blieb hinter Newsham erstaunlich ruhig, doch das änderte sich gegen Ende des Rennens, als Matt Neal plötzlich auftauchte. Neal hatte sich mal wieder durch das gesamte Feld gekämpft und auch seinen Teamkollegen Gordon Shedden nieder gerungen. Jetzt hing er MacDowall und Plato sah das Unheil kommen. Sein Druck auf Newsham wurde größer, aber der erlaubte sich zunächst keine weiteren Fehler.

Doch das änderte sich dann in den letzten zwei Runden. Als Newsham in der Schikane mal wieder eine weite Linie nehmen musste, setzt sich Plato innen rein und ging vorbei. MacDowell zog gleich mit, aber wenige Kurven später rempelte sich Neal an dem Youngster vorbei. Da war Plato vorne aber schon weg gezogen und MacDowall versuchte Neal weiter unter Druck zu setzten.

Doch es paasierte nichts mehr vorne, nur der arme Dave Newsham fiel mit abgelutschten Reifen noch weiter zurück. Das Ergebnis im letzten Rennen lautete dann: Jackson, O’Neill, Plato, Neal, MacD, Nash, Shedden, Newsham, Foster, Austin, Cole, Collard, Chilton, Jordan, Gilham.

In der Meisterschaft ist man nun sehr eng zusammen gerückt und mit Mat Jackson gibt es einen neuen Führenden im Championat. Jason Plato hat seinen Rückstand um satte 20 Punkte verkürzt und ist nun wieder mitten drin im Meisterschaftskampf.

1 Mat Jackson 158
2 Gordon Shedden 150
3 Matt Neal 148
4 Jason Plato 138
5 James Nash 127

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