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06:10

BTCC: Analyse Croft 2011

Regen und Mischverhältnisse – das ist für die BTCC eigentlich ein Rezept für spannende Rennen und genauso war es auch in Croft. Pech hatte mal wieder Jason Plato.

Der Meister aus dem Jahr 2010 hat keine gute Saison. Entweder schimpft er, dass die Turbos zu schnell sind, oder er hat Pech mit seinem Wagen. In Croft war es dann beides. Im ersten Rennen stand er zwar auf der Pole, endete aber weiter hinten. Im zweiten Rennen brach eine Antriebswelle und er musste in Rennen 3 ganz von hinten starten, wo er dann hinter den Mittelfeld-Turbos stecken blieb. Seine Laune dürfte nach dem Wochenende nicht die Beste gewesen sein. Besser lief es dann dieses Mal für Matt Neal. Nachdem er im letzten Rennen seinem Team einen Doppelsieg gekostet hat, liess er es dieses Mal ruhiger angehen und wurde am Ende dafür auch belohnt. Doch die eigentliche Überraschung waren die BMW von West Surrey Racing, die mit ihrem S2000 Motoren richtig auftrumpfen konnten.

Rennen 1

Die Strecke war zwar sehr nass, aber es regnete sich nicht und einige Fahrer setzten auf Slicks auf der Vorderachse. Darunter war Mat Jackson, der auf P9 startete. Doch schon beim Start ging es für den Airwaves Focus erstmal nach hinten und er fand sich auf der Suche nach Grip im hinteren Mittelfeld.

Vorne kamen alle Fahrer gut weg. Plato war ebenso wie Neal, Collard und Shedden auf Fullwets und so ging es in die erste Kurve. Dort schob Collard Plato ganz leicht an, so dass der Cruze quer stand und Plato die erste Schikane auslassen musste. Er ordnete sich auf P3 wieder ein, während Neal vorne einen leichten Abstand herausfahren konnte.

Im ersten Teil des Rennens tat sich wenig. Die Slick-bereiften Fahrer kamen nicht nach vorne, auch in Sachen Zweikämpfe hielten sich die Fahrer zurück. Nur Jordan und Chilton befanden sich rundenlang in einem schönen Duell um P5, doch der Vectra-Pilot konnte sich knapp vorne halten. So langsam zeichnete sich eine trockene Spur ab und so begann die Zeit von Mat Jackson.

Begünstigt wurde sein Rennen durch eine kurze SC-Phase, nachdem Gilham seinen Vauxhall in den Kies gesetzt hatte. Damit wurde das Feld eng zusammen geführt und Mat Jackson hatte sich schon auf P11 heran gerobbt. Der Restart ging unspektakulär über die Bühne, aber jetzt begann das Rennen von Jackson noch einmal von vorne. Er wühlte sich in den verbleibenden sieben Runden wie ein Derwisch durch das Feld. Mit jeder Runde kamen seine Slicks besser zur Geltung, er hatte allerdings das Problem, dass er nur auf der trockenen Spur richtig schnell war. Zum Überholen musste er aber ins Nasse, und Anbremsen mit Slicks im Nassen ist dann eine Sache für sich.

Aber Jackson ließ sich nicht beirren und schnupfte einen Konkurrenten nach dem anderen auf. Seine Fahrweise war dabei mehr als spektakulär. Teilweise kam er aus den schnellen Knicks auf der Strecke quer raus und das Anbremsen auf dem Nassen schien ihn auch nicht zu stören. Er schnappte sich hintereinander Chilton und Jordan, eine halbe Runde später war Shedden dran. Da waren noch zwei Runden zu fahren, und der Vorsprung der Top 3 schien zu groß zu sein. Doch in einer Runde radierte Jackson knapp zwei Sekunden weg und schnappte sich Plato. In der letzten Runde robbte er sich an Collard ran, den mittels eines leichten Schubsers zur Seite schob und P2 übernahm. In den letzten Kurven war er dann sogar hinter Matt Neal, der vor Start/Ziel verzweifelt die Tür zur warf. Jackson kam aus der letzten Kurve etwas besser raus, doch Neal schaffte es seinen Honda mit 0,055 Sekunden vorne zu halten. Ein selten spannendes Finish.

Ergebnis: Neal, Jackson, Collard, Plato, Shedden, Jordan, Chilton, Nash, O’Neill, Boardman, Cole, Wrathall, Foster, MacDowell, Smith, Wood, Hollamby, Griffin, Newsham. Daraus ergibt sich auch die Startaufstellung für das zweite Rennen.

Rennen 2

Das zweite Rennen fand unter trockenen Bedingungen statt, also waren alle auch auf Slicks. Allerdings hatten einige Wagen eine Mischabstimmung gewählt, die etwas stärker die Vorderachse belastete. Beim Start ging wieder alles gut, Neal konnte P1 verteidigen, aber Jackson musste sich in einem harten Kampf dann Collard beugen. Der BMW kam in den ersten zwei Runden aber nicht gut in Schwung, da seine Reifen nicht richtig auf Temperatur kamen. Jackson versuchte sich ein paar Mal an Collard, doch der BMW-Mann schmiss immer wieder die Tür zu. Dann erholten sich die Reifen und Collard zog langsam weg.

Jackson musste sich auch mehr nach hinten orientieren, wo Shedden mächtig Druck machte. Es entwickelte sich ein schöner Zweikampf, in den sich auch Plato einmischte. Doch für den amtierenden Meister war das Rennen schnell zu Ende, als eine Antriebswelle brach und er ausfiel.

Zwei Vorfälle brachten dann das SC raus. Griffin fährt in den Jim-Clark-Esses geradeaus und mäht ca. 150 Meter Getreide nieder, während Boardman es schafft, sich auf der Wiese beider Vorderradaufhängungen zu entledigen. Beiden ist nichts passiert, aber das Feld wurde für die letzten 10 Runden wieder zusammengeführt.

Den Restart entschied Neal für sich, da Collard mal wieder Probleme mit der Reifentemperatur hatte. Dahinter prügelten sich Jackson, Shedden und Andrew Jordan um P3. Jackson hatte massive Probleme mit den Vorderreifen und kämpfte mit Untersteuern, so dass Shedden vorbei gehen konnte. Für Andrew Jordan lieg es plötzlich sensationell. Er hatte offenbar eine andere Abstimmung gewählt, oder seine Reifen im ersten Teil des Rennens mehr geschont. Relativ problemlos holte er sich Jackson, dessen Rundenzeiten in den Keller fielen. Aber auch Gordon Shedden hatte dem Vectra nichts entgegenzusetzen und so holte sich Jordan P3. Um P6 wurde es am Ende auch noch mal eng, aber Jackson konnte sich gerade so vor Chilton halten. Am Ende hieß es: Neal, Collard, Jordan, Shedden, Jackson Chilton, Foster, Newsham, Neate, Cole

Die Ziehung des Reverse Grid ergab dann: P7, also Nick Foster auf der Pole, Dann Chilton, Jackson, Shedden, Jordan, Collard, Neal, Newsham, Neate, Cole.

Rennen 3

Nick Foster kommt beim Start sehr gut von der Pole weg, doch ein paar Kurven später muss er sich Mat Jackson beugen, der den Focus an ihm vorbeiprügelt. Nick Foster ist kein “Full-Time” Fahrer, auch wenn er die gesamte Saison bestreitet. Der 40jährige fährt schon länger Rennen, ist aber eher Geschäftsmann. Mit dem verdienten Geld finanziert er teilweise das WSR-Team, aber ein reiner Pay-Driver ist auch nicht.

Foster konnte sich hinter Jackson halten und ließ den Focus nicht wegziehen. Hinter Foster hatte sich dessen Teamkollegen Rob Collard eingenistet, der zwar Druck auf Foster machte, aber auch nicht anklopfte. Die drei klebten rundenlang zusammen und lieferten sich ein typisches Duell in der BTCC.

Weiter hinten tat sich erstaunlich wenig. Jason Plato musstte aus der letzten Reihe starten und blieb dann im hinteren Mittelfeld hängen. Bis P13 ging es recht schnell, danach passierte gar nichts mehr. Plato steckte fest und schob sich mit Mühe am Ende auf P11.

Vorne wurde Collard langsam ungeduldig, da Jackson sich nach und nach von Foster lösen konnte. Der ließ dann Collard tatsächlich passieren, damit sich er sich an Jackson versuchen konnte. Tatsächlich gelang es Collard, dass er bald wieder hinter dem Focus klemmte und in seinem Kielwasser kam auch Foster wieder ran. Die drei setzten Jackson erheblich unter Druck, der sich teilweise nur wegen des besseren Topspeeds seines Fords vorne halten konnte.

Um P5 entwickelte sich ebenfalls ein schönes Duell zwischen Andrew Jordan, Gordon Shedden, Matt Neal und James Nash, die sich aber fair Platz ließen. Jordan kam mit seinem Vectra mal wieder sehr spät in Schwung. Das ist schon ein paar Mal passiert, dass Jordan erst gegen Ende eines Laufes auftauchte, was etwas mit dem Reifenverschleiss zu tun haben muss. Entweder ist der bei der Konkurrenz extrem hoch, oder der Vectra geht zu sanft mit den Reifen um.

Vorne blieb es eng, aber Collard fand einfach keine Lücke, da Jackson fehlerlos blieb. Auch in der letzte Runde blieb es dabei. Nach der letzten Haarnadel machte Collard einen echten “Gentleman-Move” und ließ Nick Foster vor der Ziellinie wieder auf P2. Ein sehr schönes Manöver, hatte Foster ihn doch auch freiwillig gelassen, damit Collard P1 erobern konnte. Das hatte nicht geklappt, also steckte Collard im Ziel zurück.

Es gewann also Jackson vor Foster, Collard, Jordan, Nash, Shedden, Neal und MacDowell.

Das nächste Rennen ist erst in sechs Wochen, die BTCC macht ihre übliche Pause.

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