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21:29

Formel Eins: Renault in der Klemme

Nach dem schrecklichen Unfall von Robert Kubica gehen die Spekulationen los, wer ihn bei Renault ersetzen soll.

Das Lotus-Renault steckt in einer schwierigen Lage. Man hat mit dem R31 ein offenbar gutes Auto, aber der Wagen, mit seinen extravaganen Lösungen bei Auspuff, Kühlung und Aerodynamik braucht auf jeden Fall noch viel Entwicklungszeit. Doch selbst im erweiterten Kader findet sich niemand, der Kubica ersetzen könnte. Petrov hat keine Erfahrung, Senna ist zwar als erster Ersatzfahrer genannt, aber auch ihm fehlt das Wissen, wie man einen neuen Rennwagen entwickelt. Grosjean ist ohne jeden Zweifel schneller als Senna, hat aber ein Jahr aussetzen müssen und in Sachen Entwicklung ist er sicher auch nicht sonderlich erfahren. Renault hat sich zwar einen bemerkenswert großen Stall von Ersatzfahrern aufgebaut, aber die Piloten sind zum Teil nur als Testfahrer gedacht, zu jung oder zu unerfahren. Senna und Grosjean hat man auch eher engangiert, um Vitaly Petrov Feuer unterm Hintern zu machen. Bleibt die Lösung, einen neuen Piloten zu engagieren.

Eric Boullier wird nichts anderes übrig bleiben, als sich auf dem Markt umzusehen. Dabei gibt es allerdings nur zwei logische Ersatzfahrer für Kubica.

Nick Heidfeld
Trotz guter Ergebnisse bei Sauber wurde er zugunsten von Sergio Perez fallen gelassen und sucht ein Team. Offenbar gab es keine vernünftigen Angebote, bzw. keine Anfragen. Er gilt als guter Entwickler, hat aber Schwächen in der so wichtigen Qualifikation. Dafür stimmt sein Speed im Rennen und er gilt als jemand, der so reifenschonend unterwegs ist, was angesichts der in diesem Jahr schneller zerfallenden Pirellis ein Vorteil sein wird. Meiner Meinung nach der im Moment beste Ersatz für Kubica.

Pedro de la Rosa
So schlecht, wie man ihn letztes Jahr teilweise eingeschätzt hat, war er nicht. Er wirkte aber in der Saison nach der langen Rennpause etwas eingerostet, und Kobayashi stahl ihm mehrfach die Show. Ein umsichtiger Pilot, dazu einer, der den Wagen nicht an jeder Ecke weg wirft. Also ein guter Punktelieferant. Sein Plus: Seit dem Oktober testet er für Pirelli die Reifen, kennt also die unterschiedlichen Mischungen bestens. Allerdings ist dieser Wissensvorteil sicher schnell aufgebraucht.

Vitantonio Liuzzi
Seit seinem Rauswurf bei Force India zu haben. Er scheint überraschenderweise bei Renault durchaus ein ernsthafter Kandidat zu sein, wenn man die Gerüchteküche so hört. An seinen guten Tagen hat er Top Ten Format, doch die sind ja eher selten, daher würde es mich wundern, wenn man ihn verpflichten würde.

Kimi Räikkönen
Der Name fällt tatsächlich in Medienkreise, aber halte ich für völlig ausgeschlossen. Zum einen gab es im Dezember dieses merkwürdige PR-Geschacher zwischen Renault und seinen Management, zum anderen hat er vermutlich schlicht und ergreifend keine Lust. Zu dem gilt er nicht das guter Entwickler und hat ebenfalls das Problem, dass er ein Jahr Pause hinter sich hat. Sicher, ein hochmotivierter Räikkönen in einem guten Wagen ist vermutlich ein Siegkandidat, aber wer glaubt ehrlich, dass sich Räikkönen dazu noch einmal aufraffen möchte?

Wie man es dreht und wendet – Heidfeld scheint die logische Alternative zu sein, wenn man die Saison nicht komplett abschreiben möchte. Immerhin hat man einige Millionen in den neuen Wagen investiert. Auf der anderen Seite könnte Renault auch das Risiko gehen und es mit Grosjean oder Senna versuchen. Kubica kann man eh nicht ersetzen, schon gar nicht dessen Fähigkeit auf einer schnellen Runde den Wagen komplett auszuquetschen. Aber vielleicht überrascht ja Grosjean, in dem er seine Chance nutzt und seinen sicher vorhandenen Speed umsetzt.

Klar ist, dass die Entscheidung schnell fallen muss, die Testwochen der Formel Eins gehen schon am Donnerstag weiter.

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Schweinderl