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March 11 2012
Formel Eins: Vorschau 2012 Teil 1: Teams
Wie in jedem Jahr, gibt es auch 2012 unsere große F1 Vorschau. Zunächst sind die Teams an der Reihe, auf die Fahrer gehe ich in einem eigenen Artikel ein.
2012 markiert keine große, aber doch sichtbare Veränderung im Regelwerk der Formel Eins. Sichtbar vor allem an den wohl hässlichsten Formel 1 Wagen seit dem man die Serie kennt. Die Stufe in der Nase resultiert aus dem Wunsch der FIA, die Wagen sicherer zu machen. Die Nasen sind in den letzten Jahren immer weiter noch oben gerutscht, damit die Fahrzeuge mehr Luft unter das Auto bekommen. Gleichzeitig ist so eine hohe Nase aber auch ein Sicherheitsrisiko, wenn es um einen Seitenaufprall geht. Also hat die FIA angeordnet, dass die Nase 10 cm niedriger sein müsse, als vorher, während das Monocoque, also da, wo die Nase angebracht wird, weiterhin die alte Höhe haben darf. So entsteht halt eine Stufe, die einige Team elegant (Lotus), praktisch (Red Bull) oder gar nicht gelöst haben (Der Rest, abgesehen von McLaren und Marussia). Das McLaren keine Stufe hat, liegt daran, dass man das gesamte Monocoque niedriger gebaut. Immerhin gewinnt man damit schon mal recht leicht den Schönheitspreis 2012 in der Formel Eins. Ob die Lösung aber auch schnell ist?
Als Basis der Liste dient Konstrukteurs-Wertung aus dem letzten Jahr.
1. Red Bull [Twitter]
Die Weltmeister der Jahre 2010 und 2011 sollten naturgemäß auch 2012 ganz vorne zu finden sein. Man ging mit einem deutlichen Vorsprung in den Winter und wird den auch nicht komplett eingebüßt haben. Bei den Tests sah Red Bull gut, aber nicht sensationell gut aus. Schnelle Zeiten sah man selten, was viele Gründe haben kann. Der komplett Umbau des Hecks zwei Tage vor Ende der Testläufe stimmt mich aber etwas vorsichtig, was die Form des Teams angeht. Die Chance, dass sich Adrian Newey beim RB8, der im Prinzip eine Evolution des RB7 ist, total verhauen hat, ist sehr gering. Aber die Möglichkeit, dass man noch viel Arbeit vor sich hat und in den ersten Rennen vielleicht nicht ganz vorn steht, ist durchaus da. Aber selbst wenn das der Fall sein sollte: Newey hat in der Vergangenheit immer wieder beweisen, dass er schnell Lösungen für Probleme finden kann und das Red Bull in Sachen Entwicklungsgeschwindigkeit die Nase ganz weit vorne hat.
2. McLaren [Twitter]
In den letzten Jahren sich eine Sache oft wiederholt. Teams, die am Ende der Saison sehr stark aussehen, transportieren dieses Momentum auch in die neue Saison. Das war bei Ferrari (1998), bei Renault (2004) und Red Bull (2009). McLaren sah 2011 nicht schlecht aus und offenbar gibt es etwas, dass ihnen 2012 einen großen Vorteil bringen könnte. Gerüchte besagen, dass schon das 11er Chassis teilweise nach den 13er Regeln, vor alle, was die Front betrifft. Die Briten sind, mal wieder, aerodynamisch einen komplett eigenen Weg gegangen, was bei Tests aber ziemlich gut aussah. Mein Einschätzung (besser Bauchgefühl) sagt, dass McLaren im Moment das Team ist, dass es zu schlagen gilt. Im Team scheint im Moment alles zu stimmen, die Entwicklungsgeschwindigkeit ist auch hoch genug, um mithalten zu können. Für den Saisonstart steht McLaren bei mir ganz oben auf der Liste.
3. Ferrari [Twitter]
Nachdem der letztjährige Einsatzwagen sich als unreparierbar herausstellte, schmiss Ferrari schon ab dem Sommer alles Geld in die Neuentwicklung. Pat Fry, experimentierfreudiger Ex-McLaren-Mann, löste Aldo Costa ab. Dem Chefdesigner warf man vor, dass er nicht mutig genug sei. Heraus gekommen ist der hässlichste Ferrari F1 seit Menschengedenken, der sich bei den Tests als Krücke herausstellte. Fry selber gab zu, dass man nicht mal an ein Podium denken würde, stattdessen soll es im Mai ein großes Update (auch B-Version genannt) geben. Also wieder nichts bei Ferrari? Vorsicht, denn langsam war der Ferrari nicht. Die Probleme liegen beim Reifenverschleiss und beim Abtrieb- aber zumindest letzteres ist etwas, was in den Griff bekommen kann. Dazu kommt, dass die Aerodynamik des F2012 so komplex ist, dass man Probleme mit der Abstimmung hat. Ein Durchbruch ist aber auch hier leicht erreicht. Dennoch: Die ersten Rennen wird Ferrari abschreiben können.
4. Mercedes [Twitter]
Nachdem der W02 noch schlechter war, als sein Vorgänger und man den 4.Platz nur halten konnte, weil Renault letztes Jahr komplett verwachst hatte, ist der W03 auf jeden Fall ein Schritt nach vorne. Der Speed stimmt, die Longruns sehen sehr gut, und das mit allen Reifenmischungen. Einige Beobachter sehen in Mercedes das “dark horse” des Jahres, auf der anderen Seite war der Reifenverschleiss bei den Tests sichtbar zu hoch. Aber dafür meinen einige Journalisten eine einfache Lösung gefunden zu haben: Mercedes sei mit jeder Menge Ballast im Wagen unterwegs gewesen. Tatsächlich kann das stimmen. Gewicht lässt sich relativ leicht aus den Daten rechnen, wenn man weiß, wie viel schwerer der Wagen als normal war. Und der Ballast lässt sich für ein paar Runden auch mal ausbauen. Ich sehe Mercedes im Moment auf Platz 3 und man hat den Abstand nach vorne reduziert. Was mal 1.5 bis 1.7 Sekunden waren, könnten jetzt zwischen 0.8 und 0.5 Sekunden sein. Das reicht noch nicht für Siege, aber auf manchen Strecken für ein Podium. Dazu kommt, dass Mercedes als einziges Team mit einem “passiven F-Duct” am Frontflügel fährt. Bei hohen Geschwindigkeiten wird der Luftstrom und Abtrieb auf dem Flügel unterbrochen und man erreicht eine höhere Endgeschwindkeit. Im Zusammenspiel mit DRS und den langen Tielke-Geraden sollte das ein kleiner Vorteil sein. Fazit: Schlechter geworden sind sie nicht, ein Podium in den ersten Rennen ist durchaus drin.
5. Lotus (Ex-Renault) [Twitter]
Neuer Name, neue Fahrer, neues Auto. Nach dem Irrweg mit dem Frontauspuff hatte Lotus im letzten Jahr schon früh die Flinte ins Korn geworfen und sich ans 2012er Chassis gewagt. Und das offenbar mit Erfolg. Denn bei den Tests zeigte der Lotus einen erstaunlichen Speed. Sowohl in Jerez, als auch in Barcelona war man nicht nur schnell, auch die Longruns waren von fast beängstigender Gleichmäßigkeit bei guten Zeiten. Das kann natürlich alles nur ein “Show Off” gewesen sein. Vielleicht ist Lotus “echte” Zeiten gefahren, während der Rest gemauert hat. Sehen wird man das alles spätestens in Australien, aber der Eindruck, dass Lotus etwas nach vorne aufgeholt hat, ist schon da. Problematisch ist die neue Fahrerbesetzung. Bei Räikkönen weiß man nie was so kommt, Grosjean ist unbestritten schnell, aber auch schwer einzuschätzen. Lotus könnte in der Lage sein, die großen Vier zu ärgern, auch schon zum Saisonstart.
6. Force India [Twitter]
Die Inder liefern seit drei Jahre zwar keine spektakuläre, aber saubere Arbeit ab. Die Autos sind meist Durchschnitt, haben aber den ein oder anderen technischen Kniff, den sich dann andere wieder gerne abschauen. Das wird auch in diesem Jahr nicht anders. Bei den Tests fehlten ein wenig die richtig schnellen Zeiten, was einige Beobachter zu der Vermutung führte, dass FI ein Problem haben könnte. Allerdings gab es da einige Longruns von Hülkenberg, die Top5 Niveau hatte. Man muss bei den kleinen Teams immer etwas vorsichtig sein, in der Analyse. Da man eh nicht um den Sieg fährt, kann es gut sein, dass man einen Wagen konstruiert, der zwar in der Quali um P12 liegt, im Rennen aber dank niedriger Verschleisswerte und konstant schnellen Runden plötzlich um P6 auftaucht. FI ist das Kunststück im letzten Jahr durchaus mal gelungen. Ansonsten erwarte ich da keine großen Überraschungen. Der Kampf mit Sauber, Toro Rosso und so weiter ist so eng, dass man eh nicht viel sagen kann.
7. Sauber [Twitter]
Im Prinzip gilt für Sauber das, was ich über Force India geschrieben habe. Die bisherigen Wagen waren allesamt keine Offenbarung, der siebte Platz im letzten Jahr sogar eine herbe Enttäuschung. Man wäre gerne “best of the rest” mit der Chance, die “Großen” mal zu ärgern. In diesem Jahr hat man sich überraschend von Designer-Wunderkind James Key getrennt und seine Position auch nicht weiter besetzt. Ob das eine Schwächung ist, oder ob die Konzepte von Key einfach nicht zu Sauber gepasst haben und man ohne ihn mehr Ruhe ins Team bekommt, bleibt abzuwarten. Die Testfahren sahen nicht schlecht aus, teilweise war Perez richtig schnell unterwegs. Wie immer bei Sauber sahen die Verschleisswerte recht gut aus, auch hier wird man einige 2-Stopp-Rennen sehen. Der generelle Eindruck ist, dass die Schweizer etwas besser vorbereitet sind, als noch vor einem Jahr.
8. Scuderia Toro Rosso [Twitter]
Zu sagen, STR wäre die “B-Variante” von Red Bull ist falsch. Seit einiger Zeit bauen die Italiener ihre eigenen Chassis und dies ja durchaus mit Erfolg. Der neue Wagen macht einen fast konservativen Eindruck und fiel bei den Tests durch eine gewisse Unzuverlässigkeit auf. An Speed fehlt es Toro Rosso nicht, aber die Longruns, so es denn welche gab, waren jetzt nicht gerade die Stärke des Wagens. Man wird sich mit den beiden neuen Fahrern Vergne und Ricciardo vermutlich nicht sofort im Rennen weit vorne sein, aber STR hat im letzten Jahr bewiesen, dass man durchaus entwickeln kann und man so in die Punkte kommt. Aber mein Eindruck ist, dass es dieses Jahr für Toro Rosso mit Punkten richtig schwer wird, weil das Mittelfeld noch enger zusammen gerückt ist.
9. Williams [Twitter]
Schlechter, als im 2011, kann es für Williams einfach nicht laufen. Das sind schon mal die guten Nachrichten. Die schlechte ist: Williams sieht auch in diesem Jahr nicht gut aus. Der FW34 ist nicht ganz so lahm wie sein Vorgänger, aber es fehlt wohl massiv an Abtrieb auf der Vorderachse. Hieß es zumindest in Barcelona. Dazu kommt, dass man mit dem Duo Senna/Maldonado auch nicht unbedingt ein Fahrerpaket geschnürt hat, dass unter dem Verdacht steht, einen Wagen nach vorne entwickeln zu können. Ebenfalls neu ist fast das gesamte Designteam und auch bei der Teamführung hat sich einiges bewegt. Oder anders gesagt: 2012 wird ein Aufbaujahr für Williams, in dem man aber zumindest regelmäßig Punkte wird holen müssen. Sonst laufen die Sponsoren endgültig weg und ob das Team dann noch zu retten sein wird?
10. CaterhamF1 (Ex-Lotus) [Twitter]
Tony Fernandes war im Sommer letzten Jahres “not amused” der Lotus des Jahres 2011 war kein Schritt nach vorne, man knabberte den Sekundenrückstand im Zehntelbereich ab. Mike Gascoyne sah sich unter hohem Druck und lieferte dann im Winter einen Wagen ab, der wieder nicht den Eindruck macht, als sei man weit nach vorne gekommen. Erstaunlicherweise behauptete Heikki Kovalainen nach den Tests, dass man am Mittelfeld um 0,3 Sekunden dran sei. Eine Wunschvorstellung, meiner Meinung nach. Caterham ist bei den Test in den Longruns die mit Abstand schlechtesten Zeiten gefahren. Der Abstand nach vorne müsste weiter so um die 2.5 bis 3 Sekunden betragen, was einfach zu viel ist, um im Mittelfeld was ausrichten zu können. Neuzugang Vitaly Petrov war nach den ersten Runden wohl mittelprächtig geschockt. So wenig Abtrieb habe es nicht mal beim letzjährigen Renault gegeben und das solle was heissen. Q2 wird also schwer für Caterham, denen man aber wünschen würde, dass sie den Anschluss schaffen. Aber, wie gesagt: Da sehe ich eher schwarz.
11. HRT [Twitter]
Alles neu bei HRT. Sogar der Koch, wie man irgendwann per PR-Meldung freudig angekündigte. Wichtiger ist jedoch, dass Colin Kolles, der hervorragende Arbeit geleistet hatte, beim Team raus ist und HRT nach Madrid umziehen will. Der Wagen wurde schon mal nicht zu den Tests fertig, mit dem alten Wagen hatte man auch keine Lust zu testen, obwohl Pirelli ja neue Mischungen mitbringt. Schwer zu sagen, ob man sich vorne bewegen wird, vermutlich eher nicht.
12. Marussia [Twitter]
Auch hier wurde der Neuwagen nicht fertig und man kam nicht zum testen. Blöd, denn das neue Chassis ist erste Frucht aus der Zusammenarbeit mit McLaren. Und die läuft offenbar recht intensiv, denn Marussia ist neben dem McLaren der einzige Wagen, der auf eine Stufe in der Nase verzichtet. Ebenfalls verzichtet man aufs KERS, weil Cosworth keins hat. Für Marussia geht es wohl eher um die Frage, ob man endlich in der WM-Wertung mal HRT schlagen kann.
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March 09 2012
Saisonvorschau: AutoGP World Series
Gute Promotion, ein neuer Name, drei Strecken außerhalb Europas, aber ein altes Problem: Der Auto GP “World Series” fehlt es auch 2012 an Tiefe im Fahrerfeld.
Gemeinsam mit der WTCC startet am Wochenende auch die runderneuerte Auto GP-Serie in die Saison 2012. Über den Winter hat sich mit der einst etwas bescheidenen Junior- und Herrenfahrerklasse einiges getan: So wurde etwa bekannt, dass man nicht mehr nur in Europa, sondern – zweifellos mit Unterstützung von Promotor Eurosport – auch in Marrakesch, Curitiba und Sonoma Rennen austragen wird. Der neue Anspruch spiegelt sich auch im Namen wieder, der nun “Auto GP World Series” lautet. Die Hoffnung, mit den Änderungen auch für die großen Talente attraktiver zu werden, hat sicher bislang aber nicht erfüllt – so wirklich klingende Namen sucht man bislang vergebens. Bei genauerer Betrachtung sind aber doch ein paar interessante Fahrer dabei.
Einiges getan hat sich bei den Fahrern und Teams. Hier eine kurze Vorstellung in der Reihenfolge der Team-Wertung 2011. Davor aber noch eine kleine Anmerkung: Die Informationspolitik der AutoGP ist, sagen wir, suboptimal. Eine “Entry List” gibt es hier, 16 Fahrer sind eingetragen, kurzfristige Änderungen aber nicht ausgeschlossen. Die Homepages der Teams sind wenig aufschlussreich, oft nicht aktuell, oder überhaupt noch “under construction”. Die Liste ist nach bestem Wissen erstellt, und entspricht dem Informationsstand bei Veröffentlichung. Änderungen sind aber nicht nur vorbehalten, sondern sogar wahrscheinlich.
DAMS
geht 2012 in der Serie nicht mehr an den Start. Das gleiche gilt – der Vollständigkeit halber – für TP Formula, Durango und Emmebi Motorsport.
Campos Racing
Die Spanier treten auch im kommenden Jahr wieder mit drei Autos in der Serie an. In Monza werden der Argentinier Facundo Regalia, der intelienische Hotel- und Restaurantbetreiber Giuseppe Cipriani und der Russe Max Snegirev für die Mannschaft ins Lenkrad greifen. Die bisher in anderen Serien gezeigten Leistungen des Trios waren nicht herausragend.
Lazarus Racing
Komplizierte Geschichte: Man tritt ebenfalls 2012 nicht an. Dachte ich zumindest. Aktuell scheint das Team allerdings in der Entry List auf – in der für 2012, nicht aber in jener für Monza, wo man wohl nicht dabei sein wird. Bisher ohne Informationen darüber, wer die Autos am Ende lenken soll. Sofern es sie denn gibt.
Super Nova
schickt zwei Fahrer in den Grid, die durchaus in die Kategorie “Talente” eingeordnet werden dürfen. Einerseits der Brasilianer Victor Guerin, 2011 dritter in der F3-Klasse seines Heimatlandes. In Europa ist er mit bislang nicht aufgefallen, aber die Papierform ist vielversprechend. Als Pilot mit Zukunftsperspektiven gilt seit seinem guten Auftritt in der GP3 (als er bis zum letzten Rennen in Monza noch Titelchancen hatte, dann aber doch nur Rang fünf erreichte) der Brite Adrian Quaife-Hobbs.
Ombra Racing
tritt mit zwei Piloten an, die ich leider nur sehr schwer einschätzen kann. Es handelt sich um den Hongkong-Chinesen Adderly Fong, rennmäßig zuletzt mit mittlerem Erfolg in der britischen Formel 3 unterwegs, und um den Venezolaner Giancarlo Serenelli, Meister der LATAM Challenge (einer hauptsächlichen mexikanischen Formelklasse) 2008, 2010 und 2011.
Manor MP Motorsport
schickt den Niederländer Daniel de Jong ins Rennen, der im vergangenen Jahr Platz 14 in der Auto GP belegt hatte (allerdings auch nicht alle Rennen betritten hat). Etwas überraschend ebenfalls gemeldet: Chris van der Drift, vielversprechender Doppelstaatsbürger der Niederlande und Neuseelands. 2008 Meister der International Formula Master, seither ist er vor allem in der Superleague Formula aufgefallen: Einerseits durch ansprechende Leistungen, andererseits durch seinen mörderischen Unfall 2010 in Brands Hatch.
MLR71
ist das erste neue Team in dieser Saison, und tritt mit zwei eher unterschiedlichen Piloten an. Einerseits Sergio Campana, Meister der italienischen Formel 3 im vergangenen Jahr, und aus diesem Grund kürzlich zu Ferrari-F1-Testfahrten eingeladen. Andererseits Teambesitzer Michele la Rosa, der in der Teambeschreibung knapp als “Italian businessman” beschreiben wird.
Virtuosi UK
ist ebenfalls neu in der Serie, in Punkto Fahrer aber ganz gut aufgestellt. Man schickt GP3 und GP2-Rennsieger Pal Verhaug aus Norwegen und den Italiener Matteo Beretta ins Rennen. Beretta war 2011 im Mittelfeld der F3 Open unterwegs.
Zele Racing
aus Österreich zählt ebenfalls zu den Neuankömmlingen in der AutoGP. Das einzige Auto des Teams steuert Giacomo Ricci, in den vergangenen Jahren mit etwas inkonstanten, aber teils durchaus achtbaren Resultaten (darunter ein Sieg in Ungarn) in der GP2 gefahren ist.
EuroNova Racing
Das Team des ehemaligen F1-Fahrers Vincenzo Sospiri gibt ebenfalls zwei Piloten die Chance, sich zu beweisen. Einerseits handelt es sich dabei um den Italiener Antonio Spavone, über den ich leider nichts herausfinden konnte. Andererseits um den Russen Sergey Sirotkin, der mit dem Team 2011 die Formula Abarth gewonnen hat, und den man möglicherweise im Auge behalten sollte.
Sonst noch neu
Insgesamt stehen heuer sieben Rennwochenenden zu je zwei Rennen an, die ausschließlich im Rahmen der WTCC stattfinden werden. Die Regularien für das erste Rennen des Wochenendes bleiben gleich, Punkte werden im F1-System an die ersten zehn vergeben (25-18-15-12-10-8-6-4-2-1). Eine kleine Änderung gibt es bei der Punktevergabe für das zweite Rennen, das gegenüber dem Vorjahr leicht aufgewertet wurde. Die Fahrer auf den Rängen eins bis acht erhalten nun je zwei Punkte mehr als bisher, Rang neun zwei Zähler und Rang zehn einen (also 20-15-12-10-8-6-4-3-2-1). Insgesamt sind aber am Sonntag – wegen des Reverse Grid der ersten acht – weiterhin weniger Punkte zu holen. Einen Zähler gibt es außerdem für die Pole Position und je einen weiteren für die schnellsten Runden in den beiden Rennen.
Neben den Europa-Events in Monza, Valencia und Budapest und Estoril fährt die Serie heuer auch dreimal auf anderen Kontinenten. Mitte April folgt man der WTCC nach Marrakesch – eine Entscheidung, deren Weisheit bezweifelt werden darf. Dass die enge und schnelle Strecke für Formelautos nicht geeignet ist, haben bereits die Chaos-Rennen der Formel 2 dort gezeigt. Mit den noch schnelleren Auto GP-Wagen dort zu fahren, ist dann schon ziemlich riskant. Außerdem geplant sind Rennen auf den schon etwas besser geeigneten Kursen in Curitiba und in Sonoma.
Im TV
Zu sehen ist die Auto GP World Series wenig überraschend auch 2012 bei WTCC-Weekend-Promoter Eurosport. Am kommenden Wochenende zweimal live auf Eurosport 2, erfahrungsgemäß aber bei weniger vollem Programm auch gelegentlich auf Eurosport (HD). Die Übertragungszeiten: Samstag und Sonntag jeweils um 11:30 Uhr.
Fotos: Auto GP World Series
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NASCAR: Vorschau Las Vegas 2012
Die Spielermetropole Las Vegas in der Wüste von Nevada freut sich an diesem Wochenende auf den NASCAR-Tross und das dritte Saisonrennen des noch frischen Jahres. Damit steht auch der erste Auftritt eines 1,5-Meilen-Intermediate-Ovals an und da dieser Streckentyp im Kalender übermäßig stark vertreten ist, kann man den Sonntag schon als Kompass für 2012 bezeichnen.
Der aLas Vegas Motor Speedway rückt wieder in das Licht der Öffentlichkeit, nachdem das letzte Motorsport-Jahr auf selbigem Intermediate Oval leider einen sehr traurigen Abschluss fand. Was das Fahrverhalten der IndyCars ziemlich verheerend beeinflusste, wird das NASCAR-Rennen am Sonntag allerdings vermutlich wieder recht ansehnlich gestalten: Das progressive Banking von ungefähr 20° sorgt dafür, dass auf dem ersten 1,5-Meiler in dieser Saison mehrere gleichwertige Fahrspuren nebeneinander existieren können. Wenn das Auto die bekannten Schläge der leicht welligen unteren Spur nicht so gut wegsteckt, dann geht es auch oben an der Mauer noch schnell entlang – oder eben einfach in der Mitte.
Nachdem das nicht so aussagekräftige Restrictor-Plate-Rennen in Daytona und die Fahrt auf der erst kürzlich umgebauten Bahn in Phoenix noch keine wirklich interessanten Prognosen für die diesjährige Performance der Teams ermöglichten, dürfte das an diesem Wochenende beim dritten Saisonrennen ein wenig anders sein: Las Vegas ist nämlich das erste 1,5-Meilen-Intermediate-Oval im 2012er-Kalender und traditionell folgen im Laufe des Jahres noch überproportional viele weitere Rennstrecken mit einem sehr ähnlichen Charakter. Das Rennen am Sonntag ist also ein erster Kompass für die Kräfteverteilung auf den so wichtigen Cookie-Cuttern, die immer noch ein Drittel aller Cup-Läufe pro Jahr ausrichten.
Michigan und Fontana habe ich allerdings aus dieser Rechnung herausgelöst, denn auf den 2-Meilen-Ovalen gelten noch wieder andere Gesetze, wie die jahrelange Ford-Dominanz auf den beiden Strecken beweist, während Jimmie Johnson die 1,5-Meiler als sein Wohnzimmer bezeichnen durfte. Eben dieser Johnson hält auch die Bestmarke in puncto Anzahl der Las-Vegas-Siege: Ganze vier Mal holte sich der Dauermeister als Erster die schwarz-weiß-karierte Flagge ab, jedoch waren die ersten drei davon zwischen 2005 und 2007 noch bei den letzten Auftritten des alten Cup-Wagens.
Die bisher vier CoT-Rennen seit 2008 entschieden Carl Edwards (2008 und 2011), Kyle Busch (2009) und Jimmie Johnson (2010) für sich, wobei Edwards‘ Erfolg im Vorjahr gleichzeitig auch sein einziger Saisonsieg war. Traditionell wechseln sich die Ford- (7x) und Chevrolet-Teams (5x) in der Wüsten-Victory-Lane ziemlich regelmäßig ab, während Toyota erst ein Mal zum Zuge kam, als eben Kyle Busch sein Heimrennen gewann. Interpoliert man diesen Trend in die Zukunft und mixt ein wenig Daytona sowie Phoenix dazu, dann vermute ich die Ford-Truppe von Roush-Fenway Racing am Sonntag als tonangebend:
Greg Biffle fuhr in den ersten beiden Saisonrennen in die Top5 und möchte diesen Trend auch gerne fortsetzen, während Matt Kenseth das Daytona 500 gewann. Carl Edwards hat zwar noch etwas Nachholbedarf, aber dafür die bessere Las-Vegas-Statistik.
Im Team von Richard Petty Motorsports empfand ich die Performance von Marcos Ambrose in den ersten beiden Rennen als wirklich sehr stark. Leider konnte er weder in Daytona noch in Phoenix aufgrund nicht selbstverschuldeter Umstände ein eigentlich verdientes Top5-Resultat abholen.
Auf Toyota-Seite werden Phoenix-Sieger und Tabellen-Spitzenreiter Denny Hamlin und sein Teamkollege Kyle Busch nachlegen wollen, wobei sich auch hier die Kräfteverteilung wie beim Team von Jack Roush etwas ungewohnt verteilt. Ausgerechnet der letztjährige Last-Minute-Chaser Hamlin liegt mit zwei Top10s in zwei Saisonrennen vorne.
Außerdem haben Mark Martin und Martin Truex Jr für Michael Waltrip ziemlich gute Ergebnisse eingefahren und können vielleicht in Las Vegas den Aufwärtstrend der Mannschaft bestätigen; einzig Ebenfalls-Neuankömmling Clint Bowyer schwächelt noch etwas.
Ein Wechsel der Blickrichtung hinein ins Chevy-Lager sieht Kevin Harvick (3.) derzeit am weitesten vorne in der Punktetabelle, wobei er seit Saisonbeginn seine beiden Teamkollegen klar im Griff hatte.
An letzter Stelle komme ich heute auf Hendrick Motorsports zu sprechen, die einen wahrhaft katastrophalen Start in die Saison erwischt haben. Um der Tatsache dann noch die Krone aufzusetzen, ist ausgerechnet Dale Earnhardt Jr (4.) derzeit der beste Fahrer des Teams! Jedoch konnte er nur in Daytona überzeugen, während er in Phoenix nicht über das vordere Mittelfeld hinauskam. Im Vergleich zum Rest vom Hendrick-Schützenfest sind das aber wahre Glanzlichter, denn Jeff Gordon (22.), Kasey Kahne (32.) und vor allem Jimmie Johnson (37.) – nach dem Daytona-Unfall und seiner Strafe – rangieren derzeit abgeschlagen außerhalb der Top20.
Spätestens am Sonntag wird sich dann also zeigen, ob der festgestellte Trend anhält oder sich die Vorzeichen wieder umkehren. Genau wie bei den Top35 der Owner-Punkte muss man aber auch der Fahrertabelle ein paar Rennen lassen, bis sich die erste Aufregung gelegt hat. In der NASCAR kann in zwei Wochen schon wieder alles ganz anders aussehen. Spannend wird auch der erste Rennauftritt des Fuel-Injection-Pakets auf einem Intermediate-Oval anzuschauen sein, denn im kompetitiven Umfeld abseits der Testfahrten hat das EFI ja schon erste Schwächen offenbart, die es seitens der Hersteller nun zu lösen gilt.
Zum Abschluss folgen an dieser Stelle wie gewohnt noch die Links (PDF) zu den aktuellen Ständen in der Fahrer- und Owner-Wertung sowie die Entry-List und ein Zeitplan für das Wochenende:
Das Rennen beginnt am Sonntagabend bereits eine Stunde früher als bei den Westküsten-Rennen gewohnt, weil die Amerikaner ihre Uhren schon an diesem Wochenende eine Stunde vor stellen. Da wir erst am 24./25. März nachziehen, findet auch das nächste Rennen in Bristol schon um 18 Uhr statt.
Ausstrahlungsdaten
Freitag, 09.03.
19:30 Uhr, Nationwide Series Practice, SPEED
21:00 Uhr, Sprint Cup Series Practice, SPEED
23:00 Uhr, Nationwide Series Final Practice, SPEED
00:30 Uhr, Sprint Cup Series Qualifying, SPEED
Samstag, 10.03.
18:30 Uhr, Sprint Cup Series Practice, SPEED
19:30 Uhr, Nationwide Series Qualifying, SPEED
21:00 Uhr, Sprint Cup Series Final Practice, SPEED
23:00 Uhr, Nationwide Series Rennen (Sam’s Town 300), ESPN2
Sonntag, 11.03.
20:00 Uhr, Sprint Cup Series Rennen (Kobalt Tools 400), FOX
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March 08 2012
Racingblog Podcast: Ausgabe 08.03.2012
Die neuste Ausgabe des Racingblog Podcast, im Stream oder zum Download.
Diese Woche geht es ums die Formel Eins. Wir werfen einen Blick auf die Form der Teams und versuchen uns auf eine Rangordnung festzulegen. Dazu kommt die NASCAR und die Vorschau zur WTCC.
Wir wünschen viel Spaß mit dem aktuellen Podcast und freuen uns weiter über Kritik und Wünsche!
Here is the Music Player. You need to installl flash player to show this cool thing!
Download (mp3, 60 MB)
iTunes
RSS Feed
Dauer: ca. 83 Minuten
Hier noch die Timecodes:
00:00 Begrüßung
00:03 Formel Eins
55.00 NASCAR Phoenix & Las Vegas
68.00 WTCC
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March 07 2012
Ferner liefen: Die Newshappen für 07.03.2012
// HRT hat als letztes Team den neuen Einsatzwagen vorgestellt. Der Wagen soll eine komplette Neukonstruktion sein, was angesichts des mittlerweile drei Jahre alten Dallara-Chassis auch sicher notwendig war. Neu ist auch die Lackierung, die noch jeden Sponsor vermissen lässt. HRT hat die gesamten Wintertests ausfallen lassen und ist gestern in Barcelona nur ein paar Installationsrunden gefahren. Man tritt in Melbourne also mit einem komplett ungetesteten Wagen an, was die Chancen nicht besser aussehen lässt. Immerhin hat HRT in diesem Jahr auch KERS an Bord. Man setzt das System von Williams ein. Dennoch dürfte HRT auch weiterhin die letzten Startplätze besetzen. Positiv zu vermerken ist allerdings, dass man mit Pedro de la Rosa einen sehr erfahrnen und bekanntermaßen guten Entwickler ins Team geholt hat. (Don)
// Bei Ferrari sind die Sorgenfalten nach dem Test sehr zahlreich. Der F2012 hat Potential, aber offenbar hat man nicht komplett verstanden, wie der Wagen eigentlich arbeitet. Fernando Alonso zeigt sich mittelmäßig beeindruckt, weiß aber laut GPupdate darauf hin, dass Red Bull jetzt auch nicht gerade problemlos unterwegs war. Hätte Ferrari so zwei schlechte letzte Testtage gehabt, würde man über das Team herfallen, so der Ex-Weltmeister. (Don)
// Ein möglicher Grund für die Probleme bei Ferrari dürfte die Vorderachse bzw. dessen Konstruktion sein, denn am letzten Montag, also dem 27.02 war Dr. Petter Schöggl, seines Zeichens leitender Ingenieur bzw. Simulationsexperte bei AVL zu Gast bei Servus TV und äußerte diese Vermutung (ab 55. bzw. 72. Minute). Hintergrund sind die sehr spitzen bzw. kleinen Winkel in den Querlenkern bzw. dem Pull Rod. Dies kann sehr schnell sein, allerdings ist der Aufwand hierfür sehr hoch und die Abstimmung sehr schwer. (Flo aus N)
// Laut Joe Saward steckt eh ungeliebte GP von Europa in Valencia in Schwierigkeiten. Angeblich hat man mal wieder die Sicherheitszahlungen an Eccelstone nicht geleistet, der nun damit droht, den GP ausfallen zu lassen. Laut Saward sucht der F1-Chef schon einen Ersatz. Da gibt es nicht so viele Möglichkeiten. Paul Ricard wäre eine, erfüllt aber (noch) nicht die Anforderungen in Sachen Anreise und Hotels der Formel Eins. Imola wäre eine andere Variante, hier fehlt aber vermutlich auch das Geld. Ähnliches gilt für den Nürburgring, wo es zudem einen Rechtsstreit zwischen dem Land und Pächter gibt. Da dieser offiziell gekündigt ist und das Land noch keinen Nachfolger benannt hat, gibt es eh keine Verhandlungen mit Eccelstone. Ein Rennen im euruopäischen Ausland fällt vermutlich aus logistischen Gründen flach. (Don)
// Laut Dr. Helmut Marko hat Mercedes ein F-Duct System, welches mittels DRS aktiviert wird. Dr. Helmut Marko war am Montag zu Gast in der Sendung Sport und Talk von Servus TV äußerte die Vermutung dass Mercedes massiv aufgeholt haben wird. Mitverantwortlich soll dabei ein Schacht System sein, welches mittels DRS aktiviert wird. Wie das ganze genau aussieht oder funktionieren soll wurde aber nicht verlautbart. (Flo aus N)
// Es gibt in diesem Jahr eine neuer Version der iPhone/iPad/Android/Blackberry Timing App der Formel Eins. Programmiert und verkauft wird diese über ein Unternehmen namens Soft Pauer. Dahinter verbirgt sich Otmar Szafnauer, der bei Force India momentan den Chief Operating Officer gibt und vorher bei Honda F1 angestellt war. Die App hat zwar einige interessante Feature wie ein Live-Tracking per GPS, Live-Timing, Reifenwahl usw. kostet aber auch stolze 25 Euro. Ich hatte sie im letzten Jahr auf meinem iPad und kann auf Grund meiner Erfahrungen keine Kaufempfehlung ausprechen. Das Live-Tracking ist nett, manchmal auch recht hilfreich, wenn es um sehr enge Boxenstopps geht und auch das Livetiming ist sehr schön, weil es ein wenig mehr Infos bietet (Letzte Rundenzeit z.B.) Allerdings habe ich bei bestimmt 40% aller Rennen einen Totalausfall des Feeds erlebt. Manchmal kam er wieder, manchmal auch nicht. Wenn man unterwegs ist und über eine stabile UMTS Verbindung verfügt, mag das eine nette Ergänzung sein, aber das Livetiming auf der offiziellen Seite geht auch auf dem Smartphone. (Don)
// Rahal Letterman Lanigan Racing hat es doch noch geschafft, ein zweites Auto für die IndyCar Series auszufinanzieren. Allerdings wird der Wagen, gesteuert vom Italiener Luca Filippi, erst mit dem Indy 500 in die laufende Saison einsteigen. Grund ist wohl, dass Honda erst dann wieder einen Motor liefern kann. Etwas merkwürdig ist die Sache trotzdem: RLL hatte bis vor kurzem nämlich einen zweiten Motor ab Saisonbeginn zur Verfügung – hat diesen aber an Sarah Fisher Racing abgegeben. (Vorsicht)
// Sebastian Saavedra wird 2012 das Indy 500 für Andretti Autosport bestreiten, und wird zudem “offizieller Ersatzfahrer” des Teams. Ansonsten nimmt der Kolumbianer allerdings einen Schritt zurück, und fährt die gesamte Saison der Indy Lights. Der gewöhnlich gut informierte Curt Cavin vom Indianapolis Star meldet allerdings, dass Saavedra ”vielleicht zwei bis drei weitere IndyCar-Rennen” für Andretti Autosport fahren darf. (Vorsicht)
// Währenddessen beginnen in Sebring die ersten “Open Tests” der neuen IndyCar-Saison. Am ersten Testtag hatte Ryan Hunter-Reay im Andretti-Chevy die Nase vorn, dicht gefolgt von Helio Castroneves im ebenfalls Chevrolet-befeuerten Penske. Honda war allerdings in Kombination mit Sam Schmidt Racing und Fahrer Simon Pagenaud ebenfalls nur eine Zehntelsekunde von der Bestzeit entfernt. Auch, wenn die Zeiten wohl noch nicht sehr viel wert sind – riesige Leitungsunterschiede zwischen den beiden großen Herstellern scheint es auf der Rundstrecke momentan nicht zu geben. Allerdings dürfte Chevrolet in Sachen Standfestigkeit und Entwicklungsfortschritt die Nase im Moment noch vorne haben. Mit zwei Sekunden Rückstand (auf einer knapp einminütigen Runde) und einigen technischen Problemen bildete Simona de Silvestro im einzigen Auto mit Lotus-Motor das Schlusslicht am ersten Testtag. Im Interview mit autosport.com zeigt sich die Schweizerin allerdings zuversichtlich, dass Lotus/Judd die Probleme bis zum Saisonstart in den Griff bekommt. (Vorsicht)
// Auch erste Details zur TV-Übertragung gibt es: In den neuen Autos werden neben den bekannte, drehbaren Kameras auf dem Überrollbügel auch drei neue Perspektiven zur Verfügung stehen. Geplant ist eine Kamera am Heckflügel, eine in den Rückspiegeln sowie eine weitere in Richtung der vorderen Aufhängung. Weiterhin werden aber nicht alle Autos mit einen Onboard-Videosystem ausgestattet, sondern bei “normalen” Rennen sechs, und beim Indy 500 zwölf Wagen. Der Rest bekommt der aerodynamischen Chancengleichheit halber Kameraatrappen. (Vorsicht)
// Die Formel Renault 3.5 hat via Twitter bekanntgegeben, dass der bisher noch fehlende Austragungsort für das August-Rennen Silverstone sein wird. Das ganze wird allerdings kein komplettes WSbR-Wochenende werden, sondern nur als Rahmenrennen der WEC dienen – ähnlich dem Auftritt gemeinsam mit der WTCC im vergangenen Frühjahr in Monza. Das Rennen in Brasilien, über das im vergangenen Sommer kurz spekuliert wurde, wird damit vorerst nicht stattfinden. (Vorsicht)
// “Lotus” (née Gravity Charouz Racing) hat derweil bekanntgegeben, dass man 2012 in der Formel Renault 3.5 mit dem Neuseeländer Richie Stanaway, Meister des deutschen F3 Cups, und dessen Vize, dem Dänen Marco Sørensen an den Start gehen wird. Sicher ein interessanter Referenzpunkt für die Fahrerqualität der deutschen Nachwuchsserie. (Vorsicht)
// Reiter Engineering wird 2012 zwei Gallardo LP600+ in der FIA GT1 einsetzen, die ja nun nach GT3 Regeln gefahren wird. Damit wächst das Starterfeld so langsam auf brauchbare Dimensionen an. (Don)
// In weniger als einem Monat (31. März / 01. April) startet die japanische Super GT auf dem Okayama International Circuit in ihre neue Saison. Über die letzten Wochen verteilt, haben einige der GT300-, insbesondere aber natürlich die GT500-Mannschaften, bereits ihre Fahrzeuge ausführlich über den Inselstaat verteilt getestet — ein direkter Vergleich war somit nur bedingt möglich. Im letzten Jahr aufgrund der tragischen Naturkatastrophe abgesagt, finden die offiziellen Testfahrten in diesem Jahr wieder in Okayama vom 17. bis 18. März 2012 statt. Für einige der GT300-Teams, die sich erst vor kurzem für die diesjährige Saison eingeschrieben haben, wird es die erste und einzige ausführliche Testfahrt vor dem Saisonstart sein, und gleichzeitig einen ersten Indikator für die Stärke, egal ob in der GT300- oder GT500-Klasse darstellen. Die Nennliste für die Testfahrten umfasst 40 von 45 für diese Saison gemeldeten Fahrzeugen. Interessante Nebenbemerkung: Für Petronas Team Tom’s ist lediglich Kazuki Nakajima für die Testfahrten gemeldet. (Yankee)
// Im Rahmen der Feierlichkeiten zum 50. Geburtstag des Suzuka Circuits hat die Formel Nippon das offiziell als Round 0 bezeichnete Show-Rennen über 10 Runden bei Regen letzten Sonntag absolviert. Obwohl es lediglich als Unterhaltung für Fans gedacht war und es quasi “nur” um die Goldene Ananas (oder Prestige…) ging, entbrannte um den Sieg ein packender Dreikampf zwischen Joao Paulo de Oliveira, Takuma Sato und André Lotterer. Sato war von Beginn an konkurrenzfähig und erlangte kurz nach dem Start auch bereits die Führung. Erst kurz vor Schluss konnte de Oliveira den Japaner nach einem packenden Kampf vor der berühmten Löffelkurve überholen. Lotterer fiel bei dem Kampf ein wenig zurück, konnte sich allerdings kurz vor Schluss wieder auf knapp eine Sekunde an Sato herantasten, aber nicht mehr angreifen. Auf den Plätzen Vier und Fünf kamen Serienrückkehrer Loic Duval sowie Tsugio Matsuda ins Ziel. Das komplette Ergebnis sowie einige Bilder zum Rennen gibt es auf der offiziellen Webseite der Formel Nippon, eine Amateur-Aufnahme vom Start hier. (Yankee)
// Im Anschluss an die Feierlichkeiten absolvierte die Formel Nippon am letzten Montag und Dienstag zwei offizielle Testtage auf dem Suzuka Circuit. Nach schönsten Sonnenschein am Samstag, hatte der Regen wie auch am Sonntag am Montag allerdings keine Einsicht mit den Teams und bewegte die Organisatoren dazu, alle Fahraktivitäten für den Vormittag abzusagen. Glücklicherweise nahm der Regen ein wenig ab, so dass die für 15 Uhr Ortszeit geplante Session gestartet werden konnte. Auf der noch immer sehr nassen Fahrbahn hatte Joao Paulo de Oliveira am meisten Pech und beendete nach nur einer Runde seinen Testtag unsanft im Kiesbett. Am Wagen von Loic Duval wurde der neue Diffusor getestet. Unter anderem soll dieser bei Regenrennen die Gischt für den Hintermann reduzieren, ein akutes Problem des FN09. Laut den ersten Stimmen des japanischen Magazins Autosport Web fielen die Ergebnisse allerdings nicht wie erhofft aus, wenn auch ein kleiner Erfolg zu verzeichnen war. Die Ergebnisse für den ersten, verkürzten Testtag sind auf der offiziellen Webseite der Formel Nippon abrufbar. Am zweiten Testtag verschonte der Regen, abgesehen von der ersten Session am frühen Morgen, dann die Fahrer, während zur Mittagszeit der Himmel noch etwas verschlossen blieb, zum Nachmittag dann aber, passend zu den schnellsten Zeiten beider Tage, die Sonne zum Vorschein kam. Takuma Sato nahm wie bereits im Vorfeld verkündet lediglich am ersten der beiden Testtage teil, fuhr im Regen aber einen respektablen neunten Platz, mit lediglich knapp einer Sekunde (wohlgemerkt im Regen) Abstand auf den Tagesschnellsten Koudai Tsukakoshi von Docomo Team Dandelion Racing. Überhaupt waren beide Testtage fest in Honda-Hand. Beide Docomo-Piloten (Koudai Tsukakoshi & Takuya Izawa) könnten nicht nur aufgrund ihrer schnellen Zeiten eine entsprechende Rolle beim Saisonstart am 14. / 15. April, ebenfalls in Suzuka, spielen. Eine Zusammenfassung aller über beide Tage verteilten Testzeiten ist ebenfalls auf der offiziellen Webseite der Formel Nippon abrufbar. Wer eine Auflistung der einzelnen Sessions von Tag 2 möchte, wird hier und hier, ebenfalls auf der offiziellen Webseite der Rennserie fündig. Zwei weitere, offizielle Testtage werden am 20. und 21. März in Fuji stattfinden. (Yankee)
// Die offizielle Präsentation der Formel Nippon wird am 26. März in Tokyo stattfinden. Entgegen einiger Gerüchte wird es 2012 (noch) keine Rückkehr des Freien Trainings am Freitag vor jedem Rennwochenende geben, auch die angedachte Änderung des Rennformats (längere Rennen, zwei Pflichtboxenstopps) wird es in diesem Jahr nicht geben. (Yankee)
// Im Rahmen der Feierlichkeiten in Suzuka hat die JRP (Japanese Race Promotion) einige interessante Informationen zur Zukunft der Formel Nippon bekanntgegeben. Zum einen wurde über die schon länger geplante Expansion der Serie in den asiatischen Raum gesprochen. Konkrete Pläne gäbe es zwar noch keine, möglich wäre allerdings ein Rennen auf der F1-Strecke in Süd-Korea, vielleicht zusammen mit der Super GT, die 2013 dort das erste mal gastieren wird. In wie fern die Verhandlungen mit den Streckenbetreibern und Organisatoren vor Ort verläuft, liegt allerdings auch an der Wirtschaftslage. Die lediglich in einer Skizze vorhandenen Ideen für ein Rennen in Singapur sind derzeit hingegen komplett auf Eis gelegt, da hinter dem Bau einer permanenten Rennstrecke in Changi (für internationale Rennserien abseits der Formel 1, zum Beispiel der MotoGP) ein großes Fragezeichen steht. Ursprünglich sollte der Bau für die kürzer als 3km lange Strecke spätestens Anfang 2011 beendet werden, aufgrund von unter anderem nicht zahlenden und abgesprungenen Investoren rechnet allerdings fast niemand mehr mit der Fertigstellung des Kurses.
// Des Weiteren wurde über System E, ein Energierückgewinnungssystem ähnlich KERS in der Formel 1, gesprochen. Nach derzeitigen Stand soll das System, nach einiger Verzögerungen, 2014 zusammen mit dem neuen Einheitswagen eingesetzt werden, da die beiden von Toyota und Honda entwickelten Systeme nicht sonderlich gut mit dem FN09 funktionieren. Erste Testfahrten, unter anderem in Fuji, ergaben deutlich langsamere Zeiten als mit dem aktuellen “Boost”-System. Mehr zu den Zukunftsplänen der Formel Nippon erfahrt ihr in unserer Saisonvorschau Anfang April. (Yankee)
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March 06 2012
NASCAR: Analyse Subway 500 Phoenix
Denny Hamlin machte deutlich, dass man in diesem Jahr wohl wieder mit ihm rechnen muss. Und Crew Chief Darian Grubb freute sich über einen gelungenen Einstieg.
Als Denny Hamlin nach dem Rennen zur obligatorischen Gatorade-Dusche des Siegers und zum Interview aus dem Wagen kletterte, dauerte es nicht lange, bis er den einen Namen nannte, der seiner Meinung nach den Sieg ermöglicht hatte: Darian Grubb. Der Crew Chief von Hamlin, der im letzten Jahr noch Tony Stewart zur Meisterschaft verholfen hatte, hatte mit einer einer etwas gewagten Strategie am Ende für den ersten Sieg von Hamlin seit dem Juni 2011 (Michigan) gesorgt. Damit geht für Grubb auch eine beeindruckende Siegesserie weiter. In den letzten 12 Rennen, stellte er sechsmal den Sieger. Eine Bilanz, die in der NASCAR auch eher selten ist, vor allem über so einen langen Zeitraum und wenn den Teamwechsel mit einbezieht. Dabei fuhr Hamlin lange Zeit ein unauffälliges Rennen, während sich vorne an der Spitze zwei Kontrahenten bekämpften.
Nach dem Start auf der im letzten Jahre renovierten Strecke von Phoenix setzte sich nach dem üblichen Geplänkel schnell Kevin Harvick an die Spitze. Knapp 60 Runden konnte er die die Führung behalten, dann übernahm der stark auffahrende Jimmie Johnson das Kommando. Der 5fach-Meister der letzten Jahre war mit einer gehörigen Portion Wut nach Phoenix gereist. Immerhin ist sein Daytona 500 nach einer Runde vorbei gewesen, und dann ist da noch die sechswöchige Sperre gegen Chad Knaus und dessen Stellvertreter, gegen die Hendrick allerdings Protest eingelegt hat. Daher konnte Knaus in Phoenix auf die Kommandos geben.
Die Hendrick Motorsport Mannschaft sah in Phoenix etwas besser sortiert aus. Johnson und Gordon bewegten sich über das gesamte Rennen in und um die Top Ten herum. Vermutlich wäre es für Johnson noch besser gelaufen, aber zur Mitte des Rennens hatte sich nach einem Stopp eine Radmutter gelöst und Johnson musste noch mal reinkommen, was seine Position auf dem kleinen 1 Meilen Oval nicht verbesserte. Danach lief es für Johnson etwas zäher, aber immerhin sprang am Ende ein vierter Platz heraus. Bei Jeff Gordon reichte es für P8.
Nicht so gut lief es für den Hendrick-Neuzugang Kasey Kahne. Ein geplatzter rechter Hinterreifen zerstörte seine Siegchancen schon in den ersten Runden, nachdem er mit linken Seite blöd die Mauer berührte und die Aufhängung verbog. Kahne kam zwar sehr viel später noch mal ins Rennen zurück, aber ein Traumstart war das sicher nicht. Bei Earnhardt lief es zäh. Phoenix gehört eh nicht zu seinen Lieblingsstrecken, dafür ist sie zu “Rundstreckenartig”. Er bewegte sich das gesamte Rennen um P20 herum und wurde am Ende immerhin Vierzehnter.
Während Junior also hinten herumgurkte, entwickelte sich an der Spitze ein schöner Zweikampf zwischen Kevin Harvick und Kyle Busch. Der Gibbs-Pilot hatte schon vor der Halbzeit die Führung übernommen, musste sich aber so ab Runde 130 mit einem heranstürmenden Harvick herumschlagen. Eine brisante Kombination, oder, wie es Darrell Waltrip ausdrückte: “There is not much love between those two”. Es entwickelte sich ein herzerfrischender Zweikampf zwischen den Beiden, den sich ein gut aufgelegter Mark Martin von P3 aus ansah. Harvick hatte zwar den schnelleren Wagen, kam an Busch aber nicht vorbei, weil dieser die Außenlinie belegte und so verhinderte, dass Harvick die volle Breite der Strecke beim Rausbeschleunigen nutzen konnte. Irgendwann wurde der Druck aber zu groß und Busch verbremste sich leicht. Er rutschte etwas von der Ideallinie und verlor so zwei Plätze. Danach tauchte er vorne nicht mehr auf.
Ab Runde 200 wurde das Rennen dann etwas hektischer. Wie bei Short-Tracks üblich, versuchte man sich in eine möglichst gute Potion für den Schlußspurt zu bringen, was wiederum zu ein paar kleinen Rempeleien und somit auch Unterbrechungen führte. Zwei davon sollten dann wichtig sein. Rund 80 Runden vor Schluss gab es eine Caution, dann noch mal rund 60 Runden vor Schluss. Das führte dann zu zwei unterschiedlichen Strategien. Diejenigen, die 80 Runden vor Schluss getankt hatten, (Harvick, Hamlin, Biffle) waren etwas knapp mit dem Sprit. Teilweise fehlten Harvick 9 Runden. Das besserte sich, als Carl Edwards mit Ryan Newman aneinander geriet und 50 Runden vor Schluss noch mal eine längere Gelbphase eintrat. Damit waren sowohl Harvick, als auf der Führende Hamlin wieder im Spritfenster.
Hamlin setzte sich vorne ein wenig, weil Harvick immer noch etwas sparen musste. Doch 10 Runden vor Schluss blies Harvick zur Attacke auf Hamlin und er schaffte es, sich fast an die Stoßstange des Toyota zu hängen. Ein durchaus spannendes Finish bahnte sich an, doch dann ging Harvick am Ende doch der Sprit aus und rollte knapp vor Greg Biffle ins Ziel.
Weitere Fahrer:
- Martin Truex jr & Mark Martin – Die beiden Waltrip-Piloten führten das Rennen zeitweise an und machten überhaupt einen starken Eindruck. MWR scheint zumindest zum Start der Saison gut aufgestellt zu sein.
- Montoya kam an allen Streckenfahrzeugen unbeschadet vorbei, tauchte aber nur selten in den Top 10 auf. Am Ende sprang nur P11 raus.
- Marcus Ambrose hatte viel Pech. Lag aug P3, sah schnell aus, da ging ihm der Motor hoch.
- Ebenfalls Pech hatte Tony Stewart. Der lag lange in den Top 5. Dann stellte er in einer Gelbphase den Motor ab und dieser ging dann nicht mehr an. Die Reparatur der Zünd- und Einspritzanlage dauerte dann 2 volle Runden.
Alle weiteren Ergebnisse dann hier, ebenso der Stand in der Meisterschaft.
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March 05 2012
TV Rechte 2012: Wer zeigt was?
Die Motorsport Saison 2012 beginnt langsam wieder Fahrt aufzunehmen, und daher gibt es wie die letzten Jahr schon eine Vorschau vom Racingblog, wo es welche Rennserie zu sehen gibt.
Auch 2012 gibt es wieder einiges an Motorsport im Fernsehen zu sehen, bei den übertragenden Sendern hat sich nicht viel geändert. Die Situation der Internet-Streams ist dagegen in Bewegung. So gibt es dieses Jahr wohl zum ersten mal die V8 Supercars Live als Stream ohne “Geoblock” in Deutschland zu sehen. Bei den zwei größten Motorsportserien der Welt sieht es leider anders aus. Bei der Formel1 gibt es wie die letzten Jahre schon keinen offiziellen Stream, sondern nur ein Livetiming für registrierte User der Internet Seite. Auch bei der NASCAR sieht es nicht besser aus. Dort besitzt der Turner-Konzern sämtliche Internet Rechte für 2012. Und der machte bisher keine Anstalten, Rennen im Internet zu streamen (abgesehen von den Rennen auf TNT, die es dann im Racebuddy aus 10 verschieden Perspektiven gibt). Hoffen kann man allerdings auf das nächste Jahr: Anfang Februar hat die NASCAR die gesamten Online Rechte samt Livestreaming-Möglichkeiten ab 2013 von Turner zurückgekauft.
Insgesamt lässt sich allerdings feststellen, dass immer mehr Serien ihr Produkt auch übers Internet via offiziellen Livestreams und Interviews verbreiten. Zum Beispiel die oben erwähnte V8 Supercars oder die BTCC. Andere Serien übertragen sogar teilweise die ganzen Racedays samt Rahmenserien im Internet, etwa die ADAC GT Wochenende (abgesehen von den “Hauptrennen” der GT Masters) und die FFSA GT (Französische GT3 Meisterschaft). Als interessant lässt sich zudem sehen, dass vor allem der ACO wohl gemerkt hat, welche Möglichkeiten das Internet bietet. So wurden letztes Jahr die ALMS (American Le Mans Series) und die WEC (World Endurance Championship) komplett live gestreamt. Manche Dinge werden sich wohl nie ändern, und so gibt es auch dieses Jahr wieder keinen (legalen) Stream von MotorsTV – schade, da mal dieses Jahr einige interessante Serien überträgt.
Die folgende Übersicht ist nach den vorhanden Infos vom 4. März , wird allerdings im Laufe der Saison erweitert bzw geupdate wenn es neue Informationen gibt. Kleiner Hinweis: Eurosport zeigt sein Programm sowohl live, als auch on demand über den Eurosportplayer.
Eine generelle Übersicht der Streams haben wir auch zusammen gestellt.
Formelserien
F1 – sky/RTL
Sky hat den Vertrag wie schon letztes Jahr wieder um 1 Jahr verlängert, und zeigt alle Trainings, Qualifikationen und Rennen. Die Vorberichte und Nachberichte für die Rennen wird aus dem Sky Sport News Studio kommen. Zudem sind Jacques Schulz , Marc Surer und Tanja Bauer vor Ort. sky HD Kunden, die ein iPad haben, können die F1 wohl auch live über die skyGo Applikation schauen.
Bei RTL wird die Übertragung so ähnlich aussehen wie schon die letzten Jahre. Das heißt: FP3, Qualifikation, Rennen.
Die Freitags-Trainings wird es nach aktuellem Informationsstand nicht im Free TV geben, da Sport 1 aus der Übertragung aussteigt.
GP2 – sky
Alle Rennen der GP2 Meisterschaft werden live auf Sky übetragen
GP3 – Euro(2)
Die Rennen der GP3 werden wie letztes Jahr schon auf Eurosport (2) live oder mit delay gezeigt.
Formel Renault 3.5 – Euro(2)
Auch die Formel Renault 3.5 gibt es wieder auf Eurosport (2) live oder As-live zu sehen.
Auto GP World Series – Euro(2)
Eurosport (2) überträgt dieses Jahr alle Rennen der AutoGP live.
F2- MotorsTV, Stream
Die Formel 2 gibt es auch dieses Jahr wieder Live auf MotorTV. Zudem sollte es einen offiziellen Stream auf formulatwo.com geben.
F3 Euro – n-tv (?)
Bis jetzt gibt es keine Infos ob n-tv auch dieses Jahr wieder die Formel 3 Euro Series überträgt. Allerdings darf man darauf hoffen, nachdem der Sender die letzten Jahre sogar die Formel 3 Rennen aus Macao gezeigt hat. Sollte n-tv einsteigen, werden die Rennen auch auf deren Homepage gestreamt.
European F3 Open – MotorsTV / Stream (?)
Alle Rennen gibt es wohl Live oder Re-Live auf MotorsTV. Im vergangenen Jahr hat man die Läufe außerdem im Stream unter www.livestream.com/f3open gezeigt.
US-Racing
NASCAR Sprint Cup – Motorvision/ServusTV
11 Rennen (Daytona+Chase) werden dieses Jahr live auf Motorvision gezeigt. Zudem überlegt man, weitere ausgewählte Rennen live zeigen. Von den restlichen Rennen wird es ausführliche Zusammenfassungen geben.
ServusTV zeigt dieses Jahr auch wieder den Sprint Cup als Zusammenfassung immer Montags gegen 23 Uhr. Zudem plant man wohl einige Rennen live zu übertragen, hierbei dürfte es sich wohl um Nachtrennen handeln. Bestätigt ist das aber noch nicht.
NASCAR Nationwide Series – MotorsTV
MotorsTV plant dieses Jahr alle Rennen live oder As-Live zuzeigen.
Indycar
Die Indycar Series wird es wahrscheinlich auch 2012 nicht im Deutschen Fernsehen geben. Auch die Chancen auf ein Livestream sind eher gering.
Tourenwagen
WTCC – Euro
Wie gehabt. Eurosport ist Host-Broadcaster und wird alle Rennen + Qualifying auf Eurosport und Eurosport2 (live) zeigen.
BTCC – itv4
Die BTCC wird dieses Jahr samt kompletten Raceday wieder auf ITV4 gezeigt. Zudem gibt es einen legalen Stream, der allerdings mit “Geoblock” versehen ist.
DTM – ARD
Nicht neues.
GT1/GT3/GT Endurance – Stream
Die SRO Serien werden wie letztes Jahr schon komplett im Internet übertragen und danach VoD gestellt. Inwiefern es eine Übertragung der GT1 WM bei Sport1(+) gibt, steht noch nicht fest. Allerdings ist noch nichts im TV Plan von Sport1 eingetragen, sodass man von einer Nicht-Übertragung ausgehen muss. Den Stream findet man auf der jeweiligen Homepage der Serien.
ADAC GT – Kabel 1
Trotz schwacher Einschaltquote hält Kabel 1 weiter an der ADAC GT Masters fest, die Rennen werden jetzt allerdings um 12:15 erst gestartet. Ob die Rahmenrennen (so wie 2011) wieder via Internet-Stream versendet werden, ist derzeit noch ungewiss.
VLN – Sport1 (Zusammenfassungen)
Es wird Ausschnitte aus den Rennen in verschiedenen Programmen (DMAX, Motorvision, Sport1) zu sehen geben, mehr aber nicht. Die 24H werden bei Sport1 laufen.
Porsche Supercup – Sky/Euro2
Sky überträgt die Serie auch 2012. Sollte auch bei Eurosport(2) zu sehen sein.
Porsche Cup – Sport1(+)?
Sport1(+) dürfte wohl wieder die Rennen des Porsche Carrera Cup zeigen. Zudem sollte es einen Livestream geben.
Scirocco Cup – MotorsTV/Sport1(+)
Läuft auf MotorsTV. Auch auf Sport1(+) eventuell zu sehen. Außerdem hatte VW im letzten Jahr ein verstecktes Livestream Angebot, das auch dieses Jahr wieder da sein könnte.
V8 Supercars – MotorsTV (1 Woche zeitversetzt) / Livestream
MotorsTV. Bathhurst 1000 wird live gezeigt, der Rest mit delay (1 Tag – 1 Woche). Zudem gibt es einen Livestream unter www.v8supercars.com.au, auf dem auch einige der Rahmenrennen zu sehen sind.
Superstar Serie – MotorsTV
Die interessante und gut besetzte italienische Serie läuft live auf MotorsTV.
International GT Open – MotorsTV
Die Rennen der Südeuropäisch geprägten Meisterschaft gibt es wieder auf MotorsTV und mit offiziellem Livestream (www.gtopen.tv) dieses Jahr zu sehen.
GT Sprint – MotorsTV
Die Rennen der GT Sprint (fährt zusammen mit der Superstars Serie) gibt es dieses Jahr wieder Live auf MotorsTV.
Ferrari Challenge Europa – MotorsTV
Live auf MotorsTV
Prototypen
WEC – Euro2
Eurosport(2) überträgt die Rennen wohl dieses Jahr wieder. In welchem Umfang die Rennen übertragen werden steht noch nicht fest. Zudem könnte es wieder einen Live Stream geben.
LMS – MotorsTV
Die LMS läuft dieses Jahr auf MotorsTV, zudem soll es einen Livestream geben. Inwiefern Radio Le Mans von den Rennen berichtet, steht noch nicht fest.
24 H Le Mans – Eurosport
Auch in diesem Jahr gibt es wieder die kompletten 24 Stunden live bei Eurosport.
ALMS – MotorsTV
MotorsTV wird auch dieses Jahr wieder die meisten Rennen der ALMS live zeigen. Zudem gibt es die Rennen, die man nicht live zeigt As-Live. Auch wieder geplant: Ein guter Livestream auf der Homepage der Serie mit dem Kommentar der Jungs von Radio Le Mans.
GrandAm – MotorsTV
Die Rennen der GrandAm gibt es dieses Jahr auf MotorsTV fals Speed auch live überträgt. Ansonsten gibt es die Rennen mit delay.
Japan
Super GT
Die überaus interessante Super GT wird man leider auch dieses Jahr allenfalls über einen Stream aus den unendlichen Rändern des Internets verfolgen könnnen.
Formel Nippon
Auch die Formel Nippon wird es wohl nicht auf legalem Wege zu sehen geben.
Argentinien
Turismo Carretera / TRV6 / TC2000
Die höchste argentinische Rennklasse gibt es 2012 via (offenbar) offiziellem Stream auf justin.tv/tcarretera. Ebenfalls einen Livestream gibt es zur Silhouetten-Serie TRV6 (unter trv6.com.ar). Die Qualität beider Streamingangebote liegt allerdings, wie man so schön sagt, im Auge des Betrachters. Die vermutlich beste Tourenwagenserie Südamerikas, die TC2000, wird wird wohl leider auch weiterhin keinen offiziellen Stream bereitstellen.
March 04 2012
March 03 2012
March 02 2012
NASCAR: Vorschau Phoenix März 2012
Direkt nach dem verrückten Daytona 500 geht es an diesem Wochenende auf der – vor einem halben Jahr rekonfigurierten und neu asphaltierten – Shorttrack-Intermediate-Oval-Mischung in Phoenix weiter. Gemeldet haben sich für das 500-km-Rennen “nur” 44 Teams.
Der aPhoenix International Raceway wurde vergangenes Jahr generalüberholt und bekam ein ganz neues Gesicht verpasst, um das Racing in der Wüste zu verbessern. Soweit ich mich richtig erinnere, war das Chase-Rennen vom letztjährigen November kein so schlechtes, immerhin stritten sich Tony Stewart und Carl Edwards gerade um die Meisterschaft und mussten sich in Folge dessen bei der Phoenix-Ausgabe einem lachenden Dritten Kasey Kahne geschlagen geben. Kahne fuhr damit direkt vor seinem Wechsel zu Hendrick Motorsports den bisher letzten Sieg für Red Bull Racing ein, deren Team ja bekanntlich 2012 durch die Investoren von Burger King Racing übernommen wurde.
Kasey Kahne holte in besagtem November übrigens zugleich auch den ersten Erfolg für Hersteller Toyota auf dem unförmigen 1-Meilen-Oval ein. Seit 2003 ist die Strecke eigentlich eine reine Chevrolet-Domäne, da Hendrick und Earnhardt-Childress befeuerte Wagen satte 13 von 16 Ausgaben gewinnen konnten. Erst seit 2010 spuckte jeweils einmal zunächst Ford mit Carl Edwards und danach eben Toyota der General-Motors-Marke in die Suppe. Diese Siege kamen aber im November-Rennen im Chase zu Stande, während die Frühjahrsfahrt seit 2006 fest in Chevy-Hand sitzt. Letztes Jahr gewann Jeff Gordon dieses Rennen und beendete damit seine lange sieglose Serie von 66 Meisterschaftsläufen.
Das Phoenix-Rennen dürfte im Grunde genommen ziemlich interessant werden, denn nach der Ford-Dominanz von Daytona steht nun das erste “normale” Rennen im Kalender auf dem Programm. Es werden sozusagen die Weichen für die Regular-Season gestellt und wir erfahren, welches Team und welcher Hersteller sich am besten für das neue Jahr vorbereitet haben. Die Ergebnisliste der Chase-Ausgabe liest sich mit 5x Chevrolet, 3x Ford und 2x Toyota in den Top10 eigentlich genau wie der statistische Erwartungswert und die starken Teams waren zu Saisonende dann ja auch eher Stewart-Haas Racing und Roush-Fenway Racing. Ich denke, genau mit diesen Teams sollte man auch in Phoenix rechnen, wobei das natürlich schwer vorherzusagen ist.
Spannend wird es zu sehen sein, wie Hendrick Motorsports der Übergang nach 2012 geglückt ist, nachdem das Daytona 500 ja eher ein Reinfall für das wertvollste bzw. teuerste Team der NASCAR war. Jeff Gordon wird nach seinem Motorschaden nicht sehr glücklich sein, zumal er in Daytona eben nur fünf Meisterschaftspunkte holen konnte. Phoenix könnte sich nun als eine Motivationshilfe erweisen, denn das Frühjahrsrennen dort ging seit 2007 gleich zwei Mal an Gordon.
Noch schlimmer hat es Jimmie Johnson erwischt, der direkt dem ersten Big-One in Runde 2 zum Opfer fiel und somit nur zwei margere Pünktchen abstauben konnte, was aber natürlich ganz und gar nicht sein Anspruch sein kann. Blöderweise nutzen ihm diese Zähler so gut wie nichts, denn es kam noch heftiger: Nachdem der Hendrick-Chevy mit der #48 bei der technischen Abnahme vor dem ersten Daytona-Training vor über einer Woche wegen irregulärer Abmessungen an der C-Säule durchfiel, wurde dem Team direkt eine Strafe angedroht:
Das Resultat kam dann erst nach dem Daytona 500 in Form einer sechswöchigen Sperre von Crew-Chief Chad Knaus (plus 100.000 US-Dollar) sowie Car-Chief Ron Malec und dem Abzug von jeweils 25 Fahrer- sowie Owner-Punkten, was schon eine ziemliche Hausnummer darstellt. Johnson hat somit nach seinem DNF von Daytona noch einen zweiten De-facto-Totalausfall aufs Auge gedrückt bekommen und das direkt zu Beginn der Saison. Rick Hendrick hat das Urteil aber sofort angefochten, weshalb bis zur endgültigen Klärung der Situation Knaus und Malec weiterhin am Auto arbeiten dürfen. Ob NASCAR sich allerdings umstimmen lässt, wage ich zu bezweifeln.
Die einhellige redaktionelle Meinung zu dem Thema ist bekannt: Der Wagen war zu keinem Zeitpunkt überhaupt auf der Strecke, hatte dem Team somit keinen Vorteil gebracht und hätte einfach nachgebessert werden können! “No harm done”, wie man so schön sagt. NASCAR reagierte aber etwas sehr empfindlich, vermutlich weil man den anderen Mannschaften direkt klarmachen wollte, dass man irgendwelche Spielchen auf keinen Fall toleriert. Die harte Hand hat somit wieder einmal durchgegriffen.
Weitere Neuigkeiten gibt es aus dem nicht mehr sehr existenten Dodge-Lager, denn der Hersteller wird im nächsten Jahr auf die Flagschiff-Truppe von Penske Racing verzichten müssen. Roger Penske besinnt sich ab 2013 auf seine sehr wohl vorhandene, zuletzt neunjährige Vergangenheit (1994-2002) mit Ford, welche beiden Partnern immerhin 27 Siege einbrachte. Damit scheint die Marke Dodge im Sprint Cup vor dem Aus zu stehen, nachdem sich der Abgesang schon seit einigen Saison mehr oder weniger Leise ankündigte. In Las Vegas wollte der Hersteller eigentlich seine 2013er-Cup-Silhouette vorstellen, wobei nun fraglich ist, ob dies überhaupt geschieht. Ob man im nächsten Jahr alleine mit Robby Gordon antreten will? Ich könnte mir gut vorstellen, dass Dodge bzw. Chrysler seinen Ausstieg aus der NASCAR demnächst bekanntgeben wird.
In Phoenix gehen am Wochenende “nur” 44 Starter in die Qualifikation, weshalb ein Team vorzeitig die Heimreise antreten müssen wird. Das Wörtchen “nur” interpretiere ich nicht als “Was, so wenige Teams?”, sondern eher im Gegenteil: Nach der großen Ausdünnung des Feldes während der Off-Season bin ich einigermaßen überrascht, überhaupt mehr als 43 Autos am Start zu sehen. Gut, zwar sind viele kleinere Teams nachgerückt, das zeigt aber auch, dass die Luft ganz oben an der Spitze noch dünner geworden ist, als sie ohnehin schon war!
Auch das Geschacher um die Owner-Punkte treibt jetzt ganz merkwürdige Blüten, denn anscheinend geht NASCAR damit konform, dass auch während der ersten fünf Saisonrennen noch munter hin und her geschoben wird: So übernimmt die #32 von FAS-Lane Racing mit Terry Labonte am Steuer die Zähler des jetzt stillgelegten Roush-Fenway-Fords mit der #6, nachdem man seine eigenen Owner-Points vor Beginn des Daytona 500 an Michael Waltrips #55 und damit Mark Martin verschachert hat. Dort ist jetzt übrigens Bill Jenkins als Owner gelistet, den ich eher von Latitude 43 und der #26 kannte. Das soll noch mal Einer verstehen…
Zum Abschluss folgen an dieser Stelle wie gewohnt noch die Links (PDF) zu den aktuellen Ständen in der Fahrer- und Owner-Wertung sowie die Entry-List und ein Zeitplan für das Wochenende:
Ausstrahlungsdaten
Freitag, 02.03.
19:00 Uhr, Nationwide Series Practice, SPEED
20:30 Uhr, Sprint Cup Series Practice, SPEED
22:10 Uhr, Nationwide Series Final Practice, nicht im TV
23:30 Uhr, Sprint Cup Series Final Practice, SPEED
Samstag, 03.03.
19:00 Uhr, Nationwide Series Qualifying, SPEED
20:30 Uhr, Sprint Cup Series Qualifying, SPEED
22:00 Uhr, Nationwide Series Rennen (Bashas’ Supermarkets 200), ESPN2
Sonntag, 04.03.
20:30 Uhr, Sprint Cup Series Rennen (Subway Fresh Fit 500), FOX
March 01 2012
Formel Eins: Testfahrten Barcelona 01.03.2012
Der erste Tag des letzten F1-Tests vor Saisonbeginn ist diesmal besonders schwer zu entschlüsseln. Klar scheint zu sein: Lotus hat sein Problem behoben, und will das die Welt auch wissen lassen.
Es war ein ganz besonders unübersichtlicher Testtag, den die Teams heute zu Beginn der viertägigen Australien-Generalprobe in Barcelona boten. Einen echten Long-Run fuhr niemand, die einzigen Zeiten, die vielleicht ein wenig mehr Aussagekraft haben, gab es bei Ferrari. Alle anderen Teams beschäftigten sich mit zahlreichen etwa 10 Runden langen Versuchsläufen, die wohl darauf hindeuten, dass man neue Teile oder Abstimmungsvarianten ausprobiert hat. Weil man in diesem Fall aber keine Aussage über die Spritmenge treffen kann, fällt die Beurteilung schwer. Über den Daumen gepeilt gilt aber weiter die Vermutung, dass wohl McLaren und Red Bull die Nase vorn haben dürften. Lotus ist nach seinen Problem wieder zurück, Grosjean fuhr zum Auftakt gleich mal Bestzeit. Deren Wert ist aber ungewiss.
Positiv ist sicher, dass Lotus mit dem generalüberholten Chassis dort weitermacht, wo man vor etwas weniger als einem Monat begonnen hatte. Die Bestzeit, die Grosjean heute hingelegt hat, “muss man ersmal fahren”, wie Marc Surer sagen würde. Weniger gut sieht es bei den Longruns aus: Man schaffte es nämlich heute nicht, welche zu fahren. Das Testprogramm bestand aus einer Ansammlung von ziemlich kurzen Anläufen, wobei auch nur jener mit der Bestzeit wirklich positiv heraussticht. Das muss nicht zwingend auf Probleme hindeuten: Es kann sein, dass man einfach ein paar grundlegende Daten sammeln musste, und deswegen nicht so lange unterwegs war. So kurz vor Saisonbeginn, wo jede Runde zählt, sollte man aber eigentlich davon ausgehen, dass die Teams ihre spärlichen Testtage ausführlich nutzen wollen – grade dann, wenn man ohnehin eine ganze Woche verloren hat.
Als einziges Team hat Ferrari heute so etwas ähnliches wie eine Renndistanz simuliert – eine ganze war es allerdings nicht. Die Zeiten, die Felipe Massa dabei gefahren hat, sind in den Bereich “gut, aber nicht außergewöhnlich” einzuordnen. Sieht so aus, als würde man die Zuverlässigkeit langsam in die Griff bekommen, und den neuen Wagen etwas besser verstehen. Ganz vorne dabei scheint man aber immer noch nicht zu sein.
Auf ähnlichem Niveau wie der Ferrari präsentiert sich weiterhin Mercedes, wo heute Nico Rosberg unterwegs war. Zur Einordnung der Zeiten gibt es hier das gleiche Problem wie fast allen anderen Teams auch: Man fuhr mittellange Stints, die nun wenig Aufschluss über den vollen Rennspeed des neuen Wagens geben. Die Zeiten sind in keiner Weise auffällig: Nicht viel schneller, aber auch nicht langsamer als bisher.
Sergio Pérez lag lange Zeit nahe an der vorübergehenden Bestzeit von Jenson Button. Erst als sich Grosjean am Nachmittag an die Spitze setze, ergab sich der Rückstand von einer halben Sekunde. Die große Frage bei Sauber ist heuer: Ist man so gut, wie die “schnellen Runden” vermuten lassen, oder so anonym, wie der Wagen auf den etwas längeren Runs aussieht? Vielleicht ist es auch so, dass der Wagen ganz einfach nur mit etwas weniger Benzin so richtig konkurrenzfähig ist – vielleicht geben die kommenden drei Testtage darüber noch etwas Aufschluss.
Etwas unauffällig war Force India heute unterwegs, mit etwa einer Sekunde Rückstand versank Paul di Resta im Mittelfeld des Zeitnahme-Monitors. Davon sollte man sich aber nicht täuschen lassen. Denn die Zeiten, die man bei den halblangen Stints hingelegt hat, waren auf einem ähnlichen Niveau, wie jene von Ferrari und Mercedes. Auch, wenn nicht davon auszugehen ist, dass die Inder über den Winter die komplette Lücke geschlossen haben – die bisher vielversprechende Form setzt sich auch heute fort.
Weniger toll sah es für Jean-Eric Vergne im Toro Rosso aus. Der Abstand auf der schnellsten Runde war zwar in etwa auf dem von Force India gezeigten Level, mit etwas mehr Benzin im Tank scheint der Toro Rosso aber mit der Konkurrenz nicht ganz mithalten zu können. Ein wenig Vorsicht ist bei der Beurteilung aber geboten, denn bei den bisherigen Tests sah der Wagen immer recht gut aus. Abwarten.
Lichtschimmer bei Caterham: Vitaly Petrov fehlen zwar immer noch zwei Sekunden auf die Bestzeit – damit konnte man den Rückstand im Vergleich zu den bisherigen Tests aber immerhin halbieren. Die Zeiten auf den etwas längeren Runs sahen ebenfalls ganz akzeptabel aus. 123 absolvierte Runden sprechen außerdem dafür, dass man die Zuverlässigkeitsprobleme endlich im Griff hat. Ob damit allerdings der erhoffte Vorstoß ins Mittelfeld gelingt, muss trotzdem eher bezweifelt werden.
Zumindest ein etabliertes Team könnte Caterham trotzdem überholen: Nach Bestzeit zum Abschluss des letzten Testes landete Pastor Maldonado heute wieder auf dem letzten Platz. Auch die Longrun-Zeiten geben nicht besonders viel Anlass zur Hoffnung. Mit nur 53 Runden fuhr der Venezolaner zudem die geringste Anzahl an Runden.
Die Zeiten im Detail:
1 Grosjean (73 R.) Lotus 1.23,252 2 Button (64 R.) McLaren 1.23,510 +0,258 3 Pèrez (118 R.) Sauber 1.23,820 +0,568 4 Webber (102 R.) Red Bull 1.23,830 +0,578 5 Rosberg (128 R.) Mercedes 1.23,992 +0,740 6 Vergne (113 R.) Toro Rosso 1.24,216 +0,964 7 Di Resta (98 R.) Force India 1.24,305 +1,053 8 Massa (105 R.) Ferrari 1.24,318 +1,066 9 Petrov (123 R.) Caterham 1.24,876 +1,624 10 Maldonado (58 R.) Williams 1.25,587 +2,335
Achtung, die Fotos sind wie immer in HD
Fotos: Ferrari, Mercedes F1, Force India F1, Caterham F1, Red Bull, Toro Rosso, Lotus F1, Sauber Motorsport AG
Racingbog Podcast: Ausgabe 29-02-2012
<strong>Die neuste Ausgabe des Racingblog Podcast, im Stream oder zum Download.</strong>
Achtung: Die Einbindung in den Player folgt noch, sorry!
Diese Woche geht es ums Daytona 500. Außerdem besprechen wir die Präsentation des neuen Audi’s für die WEC und haben viele News aus der Formel Eins, ALMS, GT-1 WM, Indycar, Super GT und Formula Nippon.
Wir wünschen viel Spaß mit dem aktuellen Podcast und freuen uns weiter über Kritik und Wünsche!
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Dauer: ca. 105 Minuten
Hier noch die Timecodes:
0.00 Audi
10.00 Daytona Analyse
62.00 Phoenix Vorschau
69.00 News
February 29 2012
Ferner liefen: Die Newshappen für 29.02.2012
// Rückschlag für Marussia: Das ehemalige Virgin-Team wird nun doch nicht bei den morgen startenden Testfahrten in Barcelona dabei sein. Das ohnehin spät fertiggestellte Auto hat einen der 18 von der FIA vorgeschriebenen Crashtests nicht bestanden. Dabei wird dem russischen Team eine Regeländerung der FIA für die laufende Saison zu Verhängnis, wonach die Autos alle Crashtests bestanden haben müssen, bevor sie für die Testfahrten zugelassen werden. Bisher hatten die Boliden die Crashtests nur bis zum ersten Rennen bestehen müssen. Der spanische Marussia-Konkurrent HRT hat dagegen nun auch den letzten Crashtest bestanden, und wird vermutlich im Laufe der Testfahrten in Barcelona erstmals das neue Auto zeigen. (Vorsicht)
// Doch schon ab Donnerstag wird man die Autos von Red Bull und Ferrari in Barcelona bewundern dürfen: Die FIA hat das Ansuchen der beiden Teams abgelehnt, statt von Donnerstag bis Sonntag von Freitag bis Montag testen zu dürfen. (Vorsicht)
// Erfreuliche Nachrichten gibt es aus der IndyCar-Serie: Sarah Fisher Hartman Racing hat doch noch einen Honda-Motor bekommen, und wird somit bereis ab Saisonbeginn in St. Petersburg in der Serie antreten können. Edler Spender ist Rahal Letterman Racing, die statt der bestellten zwei Motoren doch nur einen brauchen werden. Der Grund: Man hat es nicht geschafft, ein zweites Autos die gesamte Saison hindurch zu finanzieren. (Vorsicht)
// Auch EJ Viso wird in St. Petersburg an den Start gehen. Der Venezolaner hat das nötige Sponsorenpaket geschnürt, der lange erwartete Deal mit KV-Racing ist damit in trockenen Tüchern. Dort könnte er Teamkollege von Rubens Barrichello werden, dessen Engagement aber noch immer nicht fix ist. Bei den Testfahrten in Sonoma war er dabei, angeblich soll er knapp vor der Unterzeichnung eines Sponsorenvertrages stehen. (Vorsicht)
// Gleichzeitig waren andere Teams auf dem Texas Speedway unterwegs. Glaubt man den Aussagen, scheint das neue Auto nun auch auf dem Oval besser zu laufen. Gleich schnell wie der alte Dallara ist die neue Oval-Version aber immer noch nicht. (Vorsicht)
// Einige Fahrer-News gibt es auch aus der GP2: Der Vorjahresfünfte, Giedo van der Garde wird die Saison bei Caterham Racing in Angriff nehmen, der Brasilianer Luiz Razia bei Arden, und der indonesische GP3- und AutoGP-Pilot Rio Haryanto wird bei Carlin sein GP2-Debut geben. Dienstag fanden erste Testfahrten statt: Tagesschnellster war Davide Valsecchi (DAMS), konstant gut unterwegs waren außerdem die beiden Lotus-Junioren Esteban Gutierrez und James Calado. Auch iSport-Routinier Marcus Ericssion war in beiden Sessions vorne mit dabei. (Vorsicht)
// Verzichten muss die GP2 dagegen auf Sam Bird. Der Brite wechselt nämlich 2012 in die Formel Renault 3.5 (zu ISR), wo er auf Force India-Tester Jules Bianchi (Tech1) treffen wird. Auch Mikhail Aleshin (RFR), der 2010 den Meistertitel gewonnen hatte, ist im kommenden Jahr wieder dabei – was er sich davon erhofft, ist nicht ganz klar. (Vorsicht)
// Neuigkeiten gibt es auch aus der DTM. Die Kollegen von touringcartimes.com wollen Gerüchte gehört haben, wonach Formel Renault-Champion Robert Wickens und Euro-F3-Meister Roberto Merhi die verbleibenden Mercedes-Cockpits erhalten sollen. Wenn das stimmt, ist es eine löbliche Chance für zwei vielversprechende, aber vielleicht etwas unterfinanzierte Talente. (Vorsicht)
// Nissan hat am 24. Februar 2012 seinen GT500-Fahrerkader für die Super GT vorgestellt. Wenig überraschend wurde dabei Michael Krumm als Nachfolger von Benoît Tréluyer an der Seite von Satoshi Motoyama bei Nismo im Motul Autech GT-R bestätigt. Japan ist für Krumm keine fremde Welt, schließlich kehrte der Deutsche 1994 Europa erstmals den Rücken, um sich in der japanischen Formel-3-Meisterschaft zu beweisen, die er auch auf Anhieb gewann. Es folgten Jahre in der japanischen Tourenwagen-Meisterschaft sowie der japanischen F3000 (Vorgänger der Formel Nippon) sowie der JGTC (Vorgänger der heutigen Super GT). Die JGTC gewann er zusammen mit seinem Freund und gleichzeitigen Rivalen Satoshi Motoyama im Jahr 2003, ehe er das Land des Lächelns 2009 verließ und in der FIA GT respektive der GT1-WM unterwegs war. Nach drei Jahren Abstinenz kehrt Krumm nun wieder nach Japan zurück. Krumm stellt die Einzige Änderung im GT500-Fahrerkader von Nissan dar. Neu ist hingegen der Sponsorenzuwachs auf dem Meisterwagen von Quiantarelli und Yanagida — der Wagen heißt in diesem Jahr S Road Reito Mola GT-R.
Im nachfolgenden das GT500-Aufgebot von Nissan:
Mola
Ronnie Quintarelli / Masataka Yanagida
Team Impul
Joao Paulo de Oliveira / Tsugio Matsuda
Nismo
Satoshi Motoyama / Michael Krumm
Kondo Racing
Hironobu Yasuda / Björn Wirdheim
(Yankee)
// Nissan die Zweite: In die GT300 hält der Nismo GT-R GT3 dieses Jahr Einzug, der Anfang des Jahres von Michael Krumm beim 24-Stunden-Rennen in Dubai pilotiert wurde. Nissan setzt dabei auf Katsumasa Chiyo und Yuhi Sekiguchi, zwei hoffnungsvolle Nachwugspiloten. Sekiguchi konnte letztes Jahr unter anderem die japanische Formel-3-Meisterschaft gewinnen und fuhr für JLOC bereits in der GT300 mit, während Chiyo aus dem Nachwuchsprogramm von Nissan stammt und ebenfalls in der japanischen F3 unterwegs war. (Yankee)
// Honda tat es schon vor ein paar Wochen, nun hat Toyota pünktlich zu den offiziellen Testfahrten der Formel Nippon endlichen seinen Fahrerkader vorgestellt. Wie bereits vor rund zwei Wochen berichtet, kehrt Loic Duval, Meister von 2009, in die Serie zurück — er steigt für Team Kygnus Sunoco ins Cockpit. Erfreulich ist der Verbleib letztjährigen Champions André Lotterer. Der Deutsche bleibt Toyota treu und wird mit neben seinem Teamkollegen Kazuki Nakajima für Petronas Team Tom’s zur etwaigen Titelverteidigung antreten. Noch ist allerdings nicht sicher, an wie vielen Rennen Lotterer am Ende teilnehmen wird, da er bei Terminüberschneidungen sein Engagement bei Audi in der WEC selbstredend vorrang hat.
Im nachfolgenden alle von Toyota und Honda ernannten Teams und Fahrer der diesjährigen Formel-Nippon-Saison. Bitte beachten, dass es sich hierbei noch um keine offizielle Nennliste handelt:
Petronas Team Tom’s (Toyota)
André Lotterer
Kazuki Nakajima
Kondo Racing (Toyota)
Hironobu Yasuda
Team Le Mans (Toyota)
Kazuya Oshima
Team Kygnus Sunoco (Toyota)
Loic Duval
HP Real Racing (Honda)
Toshihiro Kaneishi
Team Mugen (Honda)
Naoki Yamamoto
Team Impul (Toyota)
Joao Paulo de Oliveira
Tsugio Matsuda
Nakajima Racing (Honda)
Daisuke Nakajima
Takashi Kogure
Project μ/cerumo・INGING (Toyota)
Kohei Hirate
Yuji Kunimoto
Docomo Dandelion (Honda)
Takuya Izawa
Koudai Tsukakoshi
Le Beausset (Toyota)
Hiroki Saga
TBA (Honda)*
TBA
*Beim bisher noch unbenannten Honda-Boliden handelt es sich um aller Wahrscheinlichkeit um den Wagen für Takuma Sato. Die offizielle Nennung von Sato sowie das mögliche Team stehen allerdings noch aus. (Yankee)
February 27 2012
In eigener Sache: Neues, altes Layout
Es sieht hier zwar ungefähr aus wie immer, allerdings habe ich unter Haube einiges verändert. Das Layout ist eigentlich komplett neu und basiert auf einem ebenso neuen WordPress Theme. Der Umstieg war nötig, weil das alte Theme seit zwei Jahren nicht mehr weiter entwickelt wurde und es zunehmend Probleme mit einigen Plugins gab. Das jetzt verwendete Theme sollte diese Probleme nicht machen, da es kontinuierlich mit WordPress entwickelt wird.
Ist bisher getestet mit: Chrome, Safari, IE7, IE8, Opera 11.6, Firefox 10.02, teils auf Mac, teils auf PC. Ein paar Baustellen gibt es aber noch:
- Headerbild ist noch nicht verlinkt (finde ich bisher keinen Weg)
- Ein paar Abstände stimmen hier und da noch nicht
- Der Google + Button ist im Moment unter dem Artikel, der Flattr Button ist von einem Javascript Button in einen statischen umgewandelt worden. Das verbessert alles die Performance der Seite, die in letzter Zeit teilweise etwas lahm war.
Wenn Fehler usw. auftauchen, bitte einfach in den Kommentaren melden. Danke!
Ach ja, der Podcast ist ab sofort auch per iTunes zu erreichen (an schöneren Tags arbeite ich noch)
February 25 2012
NASCAR: Analyse Gatorade Duels / Vorschau Daytona 500
Die Gatorade Duels sind Geschichte – zumal auch Budweiser im nächsten Jahr das Sponsoring der Qualifikationsrennen übernehmen wird – und damit stehen alle 43 Starter für das Daytona 500 fest. Zeit also, sich noch einmal einen letzten Überblick vor dem Great American Race zu verschaffen.
Das erste Duel am Donnerstagabend war mit Sicherheit das spannendere und spektakulärere von beiden. Drei Cautions über 60 Runden sorgten dafür, dass das Rennen nicht so wirklich in einen Fluss kam und auch oft nicht so ganz nachzuvollziehen war, wer denn nun einen der beiden Transfer-Spots inne hatte. Trevor Bayne und Michael Waltrip schnitten leider nur unterdurchschnittlich ab und hatten auf ihre Weise mit der Qualifikationsmühle kämpfen: Bayne fehlten als Zwölftem nur drei Positionen auf Robby Gordon, um sich neben seiner schnellen Zeit aus dem Einzelzeitfahren noch ein weiteres Mal zu qualifizieren. Letzterer startet als zweiter Nicht-Top-35-Fahrer damit zwar neben Michael McDowell im Daytona 500, hatte jedoch trotzdem eine ordentliche Krawatte:
Terry Labonte ruhte sich nach Meinung von Gordon allzu sehr auf seinem Champions-Provisional aus und bog bereits nach 12 Runden mit den üblichen Start-&-Park-Begründungen in die Boxengasse ab, da er ja eh einen Startplatz am Sonntag sicher hatte. Er tat dies aus dem einfachen Grund, weil sein Team nur mit einem einzigen Auto nach Daytona gekommen war, welches man nicht unbedingt in dieser klaren Situation aufs Spiel setzen wollte. Man kann ihm daher nicht wirklich einen Vorwurf machen, immerhin hat er nur die Regeln zu seinem Vorteil ausgenutzt. Ob die Regeln so auch gut formuliert sind, steht natürlich auf einem anderen Blatt!
Zur Ergänzung: Die erste Gelbphase recht früh im Rennen sah ein ziemlich geschreddertes Auto mit der Startnummer #42, nachdem Juan Pablo Montoya unverschuldet zwischen David Gilliland und Paul Menard eingeklemmt wurde. Caution #3 ereignete sich in der letzten Runde ausgangs von Turn 2, als Danica Patrick ebenso unschuldig abgeschossen wurde und verdammt heftig in der inneren SAFER-Barrier einschlug. Schön konnte man ihre Open-Wheel-Gewohnheit erkennen, da sie sofort die Hände vom Lenkrad nahm, als der Unfall nicht mehr zu vermeiden war. Selten konnte man auch derart detaillierte Aufnahmen – gerade aus dem Wageninneren – von einem Crash sehen, was ich als sehr aufschlussreich empfand.
Sowohl Patrick als auch Montoya werden daher mit dem Backup-Auto das Daytona 500 vom Ende des Feldes aufrollen. Tony Stewart gewann das erste Duel am Ende unter Gelb vor Dale Earnhardt Jr, welcher eine echte Siegchance hatte und auch schon zuvor mehrere Runden in Führung lag, und einem sehr sehr starken Marcos Ambrose, der schon im Budweiser Shootout glänzen konnte. Pechvogel des Rennens war Michael Waltrip, der außerhalb der Sequenz an die Boxengasse kommen musste und damit den Draft verlor. Bei der Ausfahrt auf die Strecke setzte er dann seinen Toyota in der ganzen Aufregung durch einen dummen Anfängerfehler in die Mauer, was das Aus für seine Daytona-500-Träume bedeutete.
Das zweite Duel empfand ich mehr oder weniger als Langweiler: Matt Kenseth konnte sich in einem Rennen ohne Cautions am Ende durchsetzen und ließ Regan Smith sowie Jimmie Johnson hinter sich; auf den beiden Transfer-Spots kamen Dave Blaney und Joe Nemechek ins Ziel. Für Blaney sicherlich eine späte Genugtuung, nachdem er seine Owner-Points an Danica Patrick verloren hatte. Das Beispiel Joe Nemechek zeigte, wie wichtig Mannschaftsarbeit auf einem Superspeedway ist: Teamkollege Bill Elliott schob den vom Draft abgeschnittenen Wagen mit der #87 ohne Rücksicht auf Verluste, auch als der Kühler zu explodieren drohte. Zwar hatte er sich selbst auch Rundenrückstand eingefangen und lag sogar noch hinter dem direkten Nemechek-Verfolger Robert Richardson Jr, der hatte ohne Hilfe aber keine Chance.
Auffällig war noch, dass sich die beiden Burger-King-Toyotas von Landon Cassill und David Reutimann ebenfalls sehr früh aus beiden Duels zurückgezogen haben, da sie über ja die Owner-Punkte von Red Bull verfügen. Neben Terry Labonte schieden auch Tony Raines und David Stremme recht schnell wegen Vibrationen aus, weil sie ihren Platz im Daytona 500 über das Pole-Qualifying sicher hatten. Das muss man wahrscheinlich genau so wie die Terry-Labonte-Situation bewerten, obwohl ich nicht beurteilen kann, ob diese Teams ebenfalls über keine Backup-Autos verfügten. Gerade von BK Racing bin ich aber etwas enttäuscht, hatte man doch angekündigt, eben kein Start-&-Park-Team sein zu wollen. Wenn man dann noch eine Viertelmillion Dollar für die Teilnahme am Great American Race absahnt, wirkt das schon fast ein wenig frech.
Alles in allem hatten also alle Fahrer auf den nachfolgenden Qualifikationsplätzen hinter Trevor Bayne, Tony Raines und David Stremme vergeblich auf Schützenhilfe gewartet. Besonders bitter war das wie erwähnt für Michael Waltrip und Kenny Wallace. Sowas habe ich so auch noch nicht gesehen.
Im Hinblick auf das Daytona 500 am Sonntag bedeuten die Erkenntnisse der beiden Gatorade Duels, dass man sich mal wieder nicht sicher sein kann, was passiert. Bleiben die Piloten ruhig, könnte es sehr langweilig werden. Drehen alle schon beim Start durch, wird es ein sehr langer Abend. Die Push-Unfälle aus dem Budweiser Shootout hat man in den Gatorade Duels nur noch ansatzweise gesehen, die Fahrer haben sich den veränderten Gegebenheiten sehr gut angepasst. Den Trucks hat man im Vorfeld von Daytona ja auch einige Änderungen am Kühlkreislauf verpasst und wohin das geführt hat, konnte man in der letzten Nacht ja sehr gut sehen:
Versuche eines Two-Truck-Draft waren von vornherein fast vergebens, da sofort eine Wasserfontäne aus dem Überdruckventil schoss, wenn zwei Wagen länger als eine halbe Runde zusammenblieben. Das Rennen selbst war spektakulär, es gab einen Rookie-Sieger und zwei heftige Unfälle mit fliegenden Trucks. Zum Glück gab es aber keine Verletzten zu beklagen! Weitere Erkenntnisse wird mit Sicherheit das heutige Nationwide-Series-Rennen bringen: Dort startet Danica Patrick übrigens von der Pole-Position! Das Final-Practice des Sprint Cups läuft zurzeit noch und es sind wieder mehr Autos auf der Strecke als noch in den Trainings-Sessions vom Freitag.
Noch eine kleine Einschätzung der Stärkeverteilung: Für das Daytona 500 selber habe ich vor allem die Restrictor-Plate-Spezialisten auf der Rechnung, denn Dale Earnhardt Jr und Tony Stewart haben über die Speedweeks ihre Fähigkeiten wieder einmal unter Beweis gestellt. Dazu kommen die Roush-Fords, welche so langsam den Earnhardt-Childress-Motoren ihren Superspeedway-Rang ablaufen. Als Dark-Horses würde ich dagegen Marcos Ambrose und Regan Smith bezeichnen, da könnte noch eine dicke Überraschung warten. Zudem darf man Kyle Busch und Carl Edwards noch ein wenig aus der Masse herausheben.
Abschließend gibt es noch adie endgültige Teilnehmer- bzw. Starterliste des Daytona 500 sowie einen Zeitplan für das Rest-Wochenende:
Ausstrahlungsdaten
Samstag, 25.02.
16:30 Uhr, Sprint Cup Series Daytona 500 Final Practice, SPEED
18:00 Uhr, Nationwide Series Rennen (Drive4COPD 300), ESPN2
Sonntag, 26.02.
19:00 Uhr, Sprint Cup Series Rennen (Daytona 500), FOX
Alle Angaben sind ohne Gewähr!
February 24 2012
February 23 2012
Formel Eins: Testfahrten 23.2.2012
Red Bull, McLaren und Mercedes waren heute in Barcelona wieder mit Longruns beschäftigt. Den Zeiten nach liegt man nicht weit auseinander. Bei Williams gab es heute Vorstandszeiten: Tagesbestzeit für Maldonado.
Eines gleich vorweg: Die Tagesbestzeit von Pastor Maldonado dürfte auch heute wieder nur sehr wenig Wert haben – sie resultiert aus einer Qualifying-Simulation. Und wenn man sich die sonstigen Zeiten des Autos ansieht, könnte man zum Schluss kommen, dass dafür womöglich auch noch einiges an Ballast “vergessen” wurde. Denn Michael Schumacher im neuen Mercedes war bei seinem Ein-Runden-Versuch eine ganze Sekunde langsamer. Und deutlich schneller, als der Williams dürfte der Mercedes auch in diesem Jahr allemal sein. Ob man allerdings auch den Anschluss an die Spitze geschafft hat, ist weiterhin etwas unklar. Erste Hinweise gibt es aber seit heute Nachmittag – Schumacher und Webber haben nämlich netterweise zeitgleich eine Renndistanz simuliert.
Das Ergebnis scheint auf den ersten Blick eindeutig: Schumachers durchschnittliche Rundenzeiten waren etwa eine Sekunde langsamer als die von Webber. Allerdings: Schumacher fuhr etwas mehr Runden (und etwas längere Stints) als Webber – man sollte also im Hinterkopf behalten, dass Schumacher mit neuen Reifen wohl etwas mehr Sprit im Tank hatte, und mit leeren Tank dann etwas verbrauchtere Reifen. Der Mercedes liegt offenbar vor Ferrari und hinter dem vermutlichen Führungsduo von Red Bull und McLaren. Der tatsächliche Rückstand ist zwar vermutlich substanziell – es könnte aber sein, dass er doch ein wenig unter der errechneten Sekunde liegt.
Ein etwas anderes Programm als Red Bull und Mercedes verfolgte heute McLaren – statt einer kompletten Renndistanz fuhr man 10-15 Runden lange Stints, die insgesamt etwas langsamer waren als die, die man gestern gezeigt hatte. Das Vorgehen deutet darauf hin, dass man heute irgendetwas neues getestet hat. Den Zeiten sollte man also noch weniger Beachtung schenken als sonst.
Etwas merkwürdig auch Ferrari, für die heute Felipe Massa unterwegs war. Auch bei den Italienern standen heute einige Stints mittlerer Länge auf dem Programm – und die Zeiten, die man dabei fuhr, waren gar nicht so übel. Nach außen hin gibt man sich weiterhin zugeknöpft und vermittelt ein etwas unzufriedenes Gefühl. Auch, dass man immer noch keine wirklichen Long-Runs zusammenbekommt, man einen etwas wackligen Eindruck. Abschreiben sollte man Ferrari aber noch nicht. Es scheint nämlich durchaus denkbar, dass man langsam beginnt, den Wagen etwas besser zu verstehen. Dass man zudem durchaus Potenzial sieht, scheint auch Fernando Alonsos etwas kryptische Aussage von gestern anzudeuten, dass man zwar “nicht das schnellste Auto” habe, aber “sicherlich auch nicht das langsamste”.
Um den letzteren Titel scheinen sich nach aktuellem Stand eher Caterham und – trotz Tagesbestzeit – Williams zu duellieren. Bei den Malaysiern war heute abermals Neuerwerbung (bzw. eigentlich das Gegenteil – “Neubezahler”?) Vitaly Petrov am Lenkrad. Der fuhr Testeinheiten in der Länge von fünf bis sechs Runden, und lag dabei im Vergleich zu ähnlichen Programmen der Spitzenautos gut drei bis vier Sekunden zurück – und auch deutlich hinter den möglichen Mittelfeldteams Sauber, Force India und Toro Rosso. Rund vier Sekunden Rückstand und der letzte Platz auf dem Tableau sprechen für sich. Auf der anderen Seite der Zeitenliste fand sich Pastor Maldonado, der seine schnellste Runde ebenfalls mit superweichen Reifen erzielte. Die Zeiten, die der Williams auf längeren Runs fuhr, sehen allerdings weniger rosig aus – mit diesem Programm lag man etwa eine Sekunde von den Zeiten, die Timo Glock im Marussia aus dem Jahr 2011 erzielte.
Bleiben Force India, Toro Rosso und Sauber – alle drei dürften irgendwo im Mittelfeld liegen, sind aber weiterhin schwer einzuschätzen. Vor allem Sauber scheint auf eine schnelle Runde aber ganz gut zu liegen: Unter ähnlichen Voraussetzungen lag Kamui Kobayashi heute nur zwei Zehntel hinter Michael Schumacher. Auch Sergio Pérez zeigte sich via Twitter mit dem Wagen ziemlich zufrieden. Allerdings fuhr man ganztags nur kurze Einheiten. Und man sollte nicht vergessen: Die Autos von Sauber sind im Moment noch ziemlich weiß – man könnte mit den positiven Aussagen also auch noch den einen oder anderen Sponsor ködern wollen. Paul di Resta im Force India und Jean-Eric Vergne fuhren heute ebenfalls einige Stints von mittlerer Länge, waren dabei flink aber auch etwas unauffällig, und scheinen im Bereich des Mittelfeldes recht gut platziert zu sein.
Die Zeiten:
1 Maldonado (106 R.) Williams 1.22,391 2 Schumacher (127 R.) Mercedes 1.23,384 +0,993 3 Kobayashi (99 R.) Sauber 1.23,582 +1,191 4 Button (114 R.) McLaren 1.23,918 +1,527 5 Vergne (78 R.) Toro Rosso 1.24,433 +2,042 6 Webber (97 R.) Red Bull 1.24,771 +2,380 7 Massa (84 R.) Ferrari 1.24,771 +2,380 8 Di Resta (83 R.) Force India 1.25,646 +3,255 9 Glock (108 R.) Marussia (2011) 1.26,173 +3,782 10 Petrov (70 R.) Caterham 1.26,448 +4,057
Achtung: Die Fotos sind wie immer in HD.
Fotos: Ferrari, Mercedes GP, Force India, Caterham F1, Red Bull, Toro Rosso, Williams F1, Sauber Motorsports AG.
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